Stadt Waldenburg übernimmt Betrieb des Sommerbades

Nach der Kündigung des bisherigen Betreibers will die Kommune die Einrichtung selbst schultern. Damit geht sie finanziell an ihre Grenzen.

Waldenburg.

Die Badesaison 2019 wird für Waldenburg eine besonders herausfordernde. Nach 13 Jahren übernimmt die Stadt wieder den Betrieb ihrer Freizeiteinrichtung. Der bisherige Betreiber Thomas Sprunk hat den Pachtmietvertrag mit der Stadt gekündigt. Laut Sprunk hätte er dabei durchaus Interesse gehabt, das Bad weiterhin zu führen. "Allerdings nur, wenn die Stadt mehr Zuschüsse gezahlt hätte", so Sprunk. Das jedoch wurde abgelehnt.

Den Mietvertrag für die Saunastube wiederum hat die Stadt gekündigt. "Beides lässt sich wirtschaftlich nicht trennen", sagte Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) zu dieser Entscheidung. Der Zuschuss der Kommune für Sprunk betrug zuletzt 62.000 Euro pro Jahr. Für den Betrieb und kleinere Reparaturen war dieser dann selbst verantwortlich.

In den vergangenen Jahren habe er allerdings mit dem Bad kein Geld verdient, so Thomas Sprunk, der auch das Badeland in Hohenstein-Ernstthal und das Stadtbad Lugau führt. "Ich habe Minus gemacht." Es fehlten Investitionen. "Ich hätte die Einrichtung gerne auf ordentliche Füße gestellt. Aber die Stadt meint, dass sie es nun besser macht. Ich habe da meine Zweifel."

Misstöne zwischen der Stadt und Sprunk, der einst Stadtratsmitglied war, gibt es schon länger. Der Unternehmer forderte ein Konzept, um das Sommerbad zukunftstauglich zu machen. Die Prioritäten lagen bei der Stadt aber zuletzt woanders.

Dass Investitionen nötig sind, sieht Bernd Pohlers ebenso. "Wir haben aber eben erst viel Geld in die neue Begleitausstellung unseres Museums gesteckt", sagt er. Mit der Übernahme des Betriebes kommen nun deutlich mehr Kosten auf die Stadt zu. "Wartungsverträge müssen übernommen werden, aber auch die Mitarbeiter dort", sagte Pohlers im Technischen Ausschuss. "Als wir die Betriebsübernahme beschlossen hatten, war uns das so noch nicht klar." Von den fünf Angestellten bleiben auf deren eigene Entscheidung hin drei bei Sprunk. Zwei übernimmt die Stadt. Eine Stelle als Schwimmmeister hat die Verwaltung bereits ausgeschrieben. Zudem hofft Pohlers auf junge Leute, zum Beispiel ältere Schüler, die sich als Rettungsschwimmer ausbilden lassen, um in der Einrichtung mit helfen zu können. Mit der Wasserwacht seien Lehrgänge im kommenden Jahr vereinbart worden.

Eine Zwischenlösung, um später einen neuen Betreiber zu suchen, sei die Entscheidung nicht. Pohlers: "Wenn wir das Bad übernehmen, dann dauerhaft." Wie groß die Mehrausgaben der Stadt sind, wollte er nicht sagen. Mit Blick auf den Haushalt im kommenden Jahr sprach er von mehreren Fragezeichen, die es noch gibt. Konkrete Angaben sollen in der kommenden Stadtratsitzung am Dienstag folgen, wenn die erste Lesung des Haushaltsplanes stattfindet.

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