Stadträte sorgen sich um Freiräume in der Innenstadt

Glauchau will den rückwärtigen Bereich zwischen Brüderstraße, Markt und Nicolaistraße mit Parkplätzen und einer Straße erschließen. Doch das stößt einigen Räten sauer auf.

Glauchau.

Etwa 15 Meter weit soll die neue Asphaltstrecke von der Nicolaistraße aus in den hinteren Bereich der Häuser an die Nordseite des Marktes führen. Sie bekommt eine kleine Wendestelle, am Rand werden sechs Parkplätze eingeordnet. Das Ganze soll etwa 120.000Euro kosten und nennt sich "Innere Erschließung Nicolaistraße".

Der Stadtrat von Glauchau hat auf seiner letzten Sitzung dieser Legislaturperiode dem Vorhaben zugestimmt, allerdings mit kritischen und mahnenden Worten. Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Helga Scheurer, sieht die Sache skeptisch. Sie befürchtet, dass ein solcher Parkplatz eine dauerhafte Sache werden könnte. Das jedoch widerspreche den Zielsetzungen, die sich die Stadt Glauchau mit ihrem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) für die Innenstadt gegeben hat. Dort heißt es, dass die Freiflächen oder künftigen Abrissareale als "Möglichkeitsräume" verstanden werden und Platz für "Neues" bieten sollen. Dazu zählen auch Zwischennutzungen in derzeit nicht nachgefragten Gebäuden und Flächen. An der Brüderstraße, dort wurden vor ein paar Jahren leer stehende Wohnhäuser abgerissen, ist aus Sicht von Helga Scheurer zu befürchten, dass der auf der Abrissfläche geschaffene Parkplatz ewig bleibt. Als eine der im Insek vorgeschlagenen Maßnahmen in der Kernstadt ist die Schaffung der Freifläche und des Aussichtspunktes "Balkon Brüderstraße" aufgelistet.


Ähnlich wie Helga Scheurer sieht es auch Andreas Salzwedel, Fraktionschef der Linken. "Wir werden in Zukunft noch mehr Gebäude in der Innenstadt abreißen müssen", sagte er. Wenn man auf den Rückbauflächen aber noch mehr Parkplätze schaffen will, "dann wird das für die Innenstadt eine Katastrophe". An der Brüderstraße habe sich die Lage mittlerweile verstetigt. "Wir haben uns doch schon an das jetzige Aussehen gewöhnt", sagte Salzwedel. Es gebe bereits ausreichend Parkplätze im Stadtzentrum.

Für Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) ist das Vorhaben der Stadt an der Nicolaistraße eine Zwischenlösung. Sie diene in erster Linie dazu, die Situation der Häuser, die dort noch stehen und genutzt werden, zu verbessern. Es gebe momentan keine Anzeichen dafür, dass die Freifläche, die für die Stichstraße und die sechs Parkplätze nötig ist, mit neuen Wohnhäusern bebaut wird. Das Areal bleibt im Eigentum der Stadt, die künftigen Parkplätze können zum Teil gemietet werden.

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