Studenten räumen mit Klischees auf

Über Lehrer haben alle was zu sagen. Schließlich hatte jeder selbst einen. Zwei junge Leute stehen in Glauchau vor Schülern und sind glücklich.

Glauchau.

Zu wenig engagiert, überbezahlt, zu unbeweglich - die Vorurteile gegenüber Lehrern sind offenbar schnell aufgezählt. Dass eine große Lücke zwischen Klischee und Wirklichkeit klafft, davon sind jedenfalls die beiden Lehramtsanwärter Laura Gottschlich aus Lichtenstein und Marcel Jagals aus Zwickau überzeugt. Beide studieren an der TU Chemnitz und absolvieren derzeit sogenannte schulpraktische Studien an der Internationalen Grundschule in Glauchau.

"Da wird sicher viel herbeigeredet. Ich denke, es gibt in allen Berufsgruppen schwierige Zeiten, also Probleme, denen man sich stellen muss", erklärt Jagals. Dabei spielen nach Ansicht des 28-Jährigen vor allem die Eltern der Schüler eine große Rolle. "Es gibt einige Eltern, die haben so große Erwartungen, die von den Lehrern kaum erfüllt werden können", verdeutlicht der junge Mann. Das sieht seine 21-jährige Kommilitonin ähnlich: "Schule ist nicht nur da, um faktisches Wissen zu vermitteln, sondern auch ein Ort für die Sozialisierung der Kinder." Daher sind sich beide einig, dass die zunehmende Komplexität in Kultur und Gesellschaft durch Themen wie Digitalisierung und Migration auch vor der Schule nicht haltmacht.


"Lehrer ist ein schöner und erfüllender Beruf", fasst die junge Frau zusammen, die neben der Internationalen Grundschule noch ein Praktikum an einer staatlichen Grundschule absolvieren möchte. Das hat auch Jagals vor, der bereits während der eigenen Schulzeit den Entschluss fasste, in den Schuldienst zu gehen. "Angst, nein. Angst habe ich keine", betont er nochmals. Er stehe gern vor den Schülern, vor allem dann, wenn die Klassenzimmer wie an der Internationalen Grundschule mit interaktiven Tafeln ausgestattet sind. "Dadurch lässt sich der Unterricht noch besser vorbereiten", fügt Jagals an. Und wie zufrieden waren die Mentoren? "Das war ein angenehmes Arbeiten. Neben Lob gab's auch Kritik. So wurde zum Beispiel etwas an meiner Handschrift herumgemäkelt", gibt Jagals zu. "Die haben sich viel Zeit für uns genommen, vor allem bei den Auswertungen", so Gottschlich.


Welche staatlichen Schulen gibt es in Glauchau?

Die Stadt Glauchau hat vier Grundschulen: GS Niederlungwitz (102 Schüler/5 Klassen/6 Lehrer), GS "Am Rosarium" (188/8/12), GS Sachsenalleeschule (229/12/16), GS "Erich Weinert" (104/5/7). Außerdem gibt es in der Stadt noch zwei Oberschulen: Lehngrund-OS (259/11/25) und Wehrdigt-OS (413/16/35). Und nicht zuletzt kann das Abitur am Georgius-Agricola-Gymnasium (759/32/60) abgelegt werden. (jwa)

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