Tastmodell macht das Kornhaus "begreifbar"

Projekt: Gebäude der Stadt als 3D-Druck für Blinde und Sehbehinderte

Zwickau.

Für Lutz Weißbach und Detlef Neumann, Mitarbeiter der Fakultät Kraftfahrzeugtechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ), ist es schon der zweite Ausflug in eine besondere Art des Modellbaus gewesen: Für die Stadt Zwickau erstellten sie das Kornhaus als Tastmodell für Blinde und Sehbehinderte. Am heutigen Dienstag wird es im Kornhaus im Beisein von Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und der städtischen Behindertenbeauftragten, Irina Teichert, aufgestellt und kann künftig dort betrachtet und abgetastet werden.

"Wir sind beide gebürtige Zwickauer, und als das Projekt, für Blinde und Sehbehinderte bedeutende Gebäude der Stadt per 3D-Druck zu erstellen, an uns herangetragen wurde, haben wir gern ja gesagt" erinnert sich Lutz Weißbach. Als erstes Objekt, das auf Initiative der Behindertenbeauftragten und der Seniorenvertretung entstanden war, wurde im September 2018 das Gewandhaus übergeben. Diesmal wurden 230 Einzelteile und damit rund 100 mehr als beim ersten Tastmodell verbaut. Nicht nur für den Konstrukteur Lutz Weißbach, der anhand von originalen Bauzeichnungen im CAD-System die Form des Kornhauses erstellt hat, eine Herausforderung. Auch Detlef Neumann, der an der WHZ die Studierenden im Modellbau ausbildet, musste tüfteln. "Wir lernen dazu. Was wir beim ersten Modell intuitiv richtig gemacht haben, machen wir jetzt noch bewusster so, dass ein Mensch, der nicht oder nur eingeschränkt sehen kann, Freude an unserem Modell hat", erklärt er die Motivation. Das zusammengesetzte Modell ist (bei einem Maßstab von etwa 1:100) etwa 50 Zentimeter lang. Die Materialkosten für den Kornhaus-"Nachbau" liegen bei knapp unter 1000 Euro und werden von der Stadt Zwickau als Auftraggeber übernommen. (fp)

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