Tomatenkönigin: So überstehen ihre Pflanzen die Hitze

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Swetlana Hüttner hat 392 Tomatenpflanzen in ihrem Garten. Diese leiden unter dem heißen Wetter. Dabei sollen sie bald ausgestellt werden.

Hohenstein-Ernstthal.

Für die einen ist der eigene Garten eine Oase der Ruhe. Für die anderen ist Gartenarbeit der perfekte Ausgleich zum Arbeitsalltag. Für Swetlana Hüttner aber ist ihr Garten ein Tomatenparadies. Betritt man ihren Garten in der Kleingartenanlage "Erzgebirgsblick" in Hohenstein-Ernstthal, sticht als erstes das gemütliche rote Häuschen ins Auge. Doch auch die individuelle Dekoration vor dem Gartenhäuschen kann nicht von den zahlreichen Tomatenpflanzenablenken, die in jeder Ecke des Gartens blühen und gedeihen.

"Momentan wachsen hier 392 verschiedene Tomatenpflanzen", sagt Swetlana Hüttner nach einem Blick in ihr Buch. Dort führt sie Listen mit allen Sorten, die sie besitzt, und allen Pflanzen, die im Garten wachsen. "Eigentlich wollte ich in diesem Jahr nur Samen von 100 Tomatensorten kaufen. Jetzt sind es aber doch 252 geworden", sagt sie. Insgesamt besitzt die Hohensteinerin damit 1222 Tomatensorten, von denen sie laut eigener Aussage noch nicht einmal die Hälfte ausgesät hat. "Es ist ein bisschen wie eine Sucht", gibt Hüttner zu.

Doch wie überstehen die Pflanzen der Tomatenkönigin das aktuelle heiße Wetter? "Die Hitze macht den Tomaten zu schaffen. Die Pflanzen bleiben sehr klein und wachsen nicht zu ihrer vollen Größe heran", so Hüttner. Die direkte und starke Sonneneinstrahlung sorgt zudem dafür, dass viele Tomaten eine Art Sonnenbrand bekommen. Auch die richtige Bewässerung ist bei dem aktuellen Wetter eine Kunst für sich, da das Wasser bei den heißen Temperaturen zu schnell verdunstet.

Doch Swetlana Hüttner wäre keine Tomatenexpertin, wenn sie nicht wüsste, wie man die Pflanzen bei den extremen Temperaturen unterstützen könnte. "Nachdem ich die Tomaten gegossen habe, lege ich Stroh auf die Erde. Das hindert das Wasser daran, zu verdunsten", erklärt sie. Zudem deckt sie die Tomaten mit Tüchern ab, um sie vor den Sonnenstrahlen zu schützen. "Im vergangenen Jahr war der Sommer viel zu nass. Dieses Jahr müssen die Tomaten mit dem anderen Extrem klarkommen", sagt sie.

Um ihren Garten mit den zahlreichen Tomatensorten gut durch die Sommermonate zu bringen, investiert die Hohensteinerin, die als Verkäuferin arbeitet, ihre gesamte Freizeit. "Wenn ich von der Arbeit komme, führt mein erster Weg in den Garten. Dort gieße und pflege ich dann die Pflanzen, die ich schaffe. Alle anderen müssen sich bis zum nächsten Tag gedulden", erklärt sie. Zudem sei es auch eine finanzielle Herausforderung, alle Pflanzen zu gießen.

Doch für Swetlana Hüttner scheint sich der ganze Aufwand, den die Tomatenpflanzen mit sich bringen, zu lohnen. Erzählt sie von den verschiedenen Sorten, blüht sie auf. Besonders viel Freude hat sie an grünen Tomaten. "Die sind unfassbar lecker. Ich möchte sie so gern unter die Leute bringen, aber viele haben Hemmungen, da sie denken, im grünen Zustand sind sie noch nicht reif", erklärt sie. In diesem Jahr neu in Hüttners Garten eingezogen ist die sogenannte Reisetomate, eine russische Sorte. Die Früchte der Pflanze bestehen aus mehreren Kammern, die durch festes Fruchtfleisch voneinander getrennt sind. So kann man, wie bei einer Orange, kleine Tomatenstücke aus der Frucht herausbrechen, ohne dass Fruchtfleisch austritt. "Die kleinen Stücke sind ideal auf Reisen. Daher kommt der Name", erklärt Hüttner.

Aus den reifen Tomaten bereitet Swetlana Hüttner dann unter anderem Soßen für den Winter zu, aber auch Tomatensaft, den sie leidenschaftlich gern trinkt. "Zudem trockne ich die Samen der Pflanzen, um sie zu verkaufen oder an Freunde zu verschenken." Auch bei ihrem nächsten großen Projekt spielen die Tomatensamen eine wichtige Rolle. Am 27. und 28. August plant Hüttner im Mehrgenerationenhaus "Schützenhaus" in Hohenstein-Ernstthal eine eigene Ausstellung. "Ich möchte den Besuchern die vielen verschiedenen Sorten präsentieren, die ich anbaue und ihnen dadurch zeigen, wie vielfältig die Welt der Tomaten ist", so Hüttner. Momentan gestaltet sie gemeinsam mit ihren Kindern Flyer, um auf die Ausstellung aufmerksam zu machen. Außerdem möchte sie noch Schilder erstellen, die den Besuchern zusätzliche Informationen zu den einzelnen Sorten geben sollen. "Viele Tomaten haben besondere Geschichten und Wege hinter sich. Die möchte ich erzählen", so Hüttner.

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