Turbo-Internet: Baukolonnen rücken an

Der Vertrag zum Glasfaserausbau zwischen Stadt und Energieversorger ist unter Dach und Fach. Die Meeraner müssen sich auf Behinderungen einstellen.

Meerane.

Kleine Straßenabschnitte und kurze Bauzeiten, aber Vollsperrungen - Stadtwerke-Chef Uwe Nötzold, der am Dienstagabend während der öffentlichen Sitzung des Stadtrates den 18-seitigen Vertrag mit der Stadt Meerane zum Glasfaserausbau unterschrieb, kann nun loslegen. Die Stadtwerke, die innerhalb des Bieterverfahrens für den Breitbandausbau in der Kommune als Sieger hervorgegangen sind, haben bereits mehrere Tiefbaufirmen gebunden. Bis Ende 2020 sollen laut Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) durch das Vorhaben 4302 Haushalte und 592 Unternehmen schnelles Internet erhalten. Dafür werden auf einer Länge von knapp 500 Kilometern neue Glasfaserkabel und auf einer Länge von 150 Kilometern neue Leerrohre verlegt.

Wie Nötzold erklärt, werden sich die Bagger ab Mitte kommenden Monats durch Meerane buddeln. Immerhin stehen den Planungen zufolge 85 Kilometer Tiefbau an. "Über den Winter hinweg arbeiten parallel sechs bis acht Baukolonnen", so der Geschäftsführer. Im nächsten Jahr seien es dann sogar 16 bis 18 Baukolonnen gleichzeitig. "In manchen Monaten wird man nicht durch die Stadt kommen", fügt Bürgermeister Ungerer an, der wie Nötzold bereits jetzt mit Bürgerbeschwerden rechnet. Um die so gering wie möglich zu halten, setzen die Stadtwerke auf intensive Kommunikation und Aufklärung. So kündigte Nötzold an, vor der Bauphase straßenweise die betroffenen Hauseigentümer zu Informationsveranstaltungen einzuladen. Immerhin sollen die Leitungen bis zu zwei Meter in die Gebäude gezogen werden - und das kostenfrei bis zur sogenannten Abschlusseinrichtung. "Dafür brauchen wir die Erlaubnis der Grundstücksbesitzer", sagt Nötzold.

Die Stadtwerke sind nicht nur Bauherr, sondern nach Abschluss des Bauprojektes auch Betreiber des Glasfasernetzes. In dem Zusammenhang hat Nötzold vor dem Stadtrat klargestellt: "Wir werden unter den Telekom-Preisen liegen."

Ungerer lässt zudem nicht unerwähnt, dass der Glasfaserausbau bis 31. Dezember 2020 beendet sein muss. Ansonsten müsste die Stadt Vertragsstrafen fordern. Dass es dazu nicht kommt, davon gehen die Vertragspartner, also Stadt und Energieversorger, fest aus. Neben Bund und Freistaat steuert auch die Stadt Geld zu. Insgesamt kostet der Glasfaserausbau 15 Millionen Euro. Die Nutzung des neuen Netzes wird Einnahmen in Höhe von 8 Millionen Euro generieren, sodass die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke bei 7 Millionen Euro liegt. Und diese Wirtschaftlichkeitslücke wird von der öffentlichen Hand geschlossen.

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