Ungarn tun Dienst an der Piste

Sie bekommen nur eine Pauschale von 20 Euro pro Tag. Aber es ist nicht das Geld, das ein Quartett vom Balaton zum Rennen an den Sachsenring treibt.

Istvan, Kati, Eva und Gergö waren zum ersten Mal als Streckensicherung am Sachsenring. Ðamit war Posten zwölf in ungarischer Hand.

Von Thorsten Horn

Bei den ADAC GT Masters auf dem Sachsenring war wieder eine große Zahl an Helfern vor und hinter den Kulissen vonnöten. Für die sportliche Ausrichtung zeichnete, wie immer, der AMC Sachsenring mit rund 260 Helfern verantwortlich.

Neben der Rennleitung ist die Streckensicherung ein wichtiger Part, deren Leitung erneut dem Langenchursdorfer Thomas Putsche oblag. Und hier ging es auch diesmal recht international zu. "Eine Truppe aus Tschechien kommt, glaube ich, schon das achte Mal zu uns", erklärte Thomas Putsches Sohn Marcel, der gleichzeitig Rennleiter ist.

Zum Tagessatz von 20 Euro verrichteten am Posten zwölf erstmals vier Sportfreunde aus Ungarn Dienst: Eva, Kati, Istvan und Gergö. "Wir mögen es, Streckenmarshalls zu sein und reisen gern durch Europa. Das Geld ist nicht so wichtig für uns. Wir kommen so viel herum, treffen Gleichgesinnte und haben inzwischen überall gute Freunde", nennt Gergö die Beweggründe der vier Enthusiasten, die an ihrem heimischen Hungaroring angestellt, aber auch viel am Red Bull Ring in Österreich im Einsatz sind. "Wir waren auch schon bei den 24-Stunden-Rennen in Spa in Belgien und auf dem Nürburgring sowie bei der Formel E in Zürich. Unsere weiteste Reise führte uns nach Baku in Aserbaidschan", so noch einmal der 24-Jährige aus Budapest.

Während es in anderen Bereichen, in denen Helfer benötigt werden, eher eng zugeht, teilweise fast schon hapert, sind der Rennleiter und der Leiter Streckensicherung der zurückliegenden Auto-Veranstaltung in der glücklichen Lage, auf einen vergleichsweise großen Fundus an ausgebildeten Streckenmarshalls zurückgreifen zu können. "Die vier ungarischen Sportfreunde hatten schon im vorigen Jahr bei uns angefragt, allerdings erst kurz vor dem Rennen, da waren wir schon voll", ergänzte Marcel Putsche und berichtete noch: "Die meisten unserer Marshalls signalisieren kurz nach der Veranstaltung, spätestens jedoch am Jahresanfang, dass sie wieder mitmachen würden. Wenn alles dann konkreter wird und wir noch Lücken haben, sind immer einige sozusagen 'stand by'. Da wir selbst mit vielen Leuten vom AMC Sachsenring ebenfalls bei anderen Veranstaltungen mithelfen, wie zum Beispiel bei eben jenem Formel-E-Rennen in Zürich, lernt man immer wieder neue Leute kennen. Auf die können wir dann halt auch zurückgreifen. Bei der Formel E in Berlin haben wir Engländer kennengelernt. Mal sehen, wann die hier aufschlagen."

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