Verein erinnert an Glauchaus historisches Postgebäude

Zum Tag des Denkmals am kommenden Wochenende steht das Fernmeldewesen im Mittelpunkt. Dabei mussten die Organisatoren Abstriche machen.

Glauchau.

Der Plan, die Besucher in das historische Postamt an der Leipziger Straße einzuladen, ist nicht aufgegangen. Der Glauchauer Denkmalverein wollte anlässlich des diesjährigen Denkmaltages am kommenden Wochenende das Haus im Stadtzentrum für die Öffentlichkeit zur Besichtigung öffnen lassen. "Doch das ist uns leider nicht gelungen", sagt Peter Dittmann, Vorstandsmitglied im Denkmalverein. Zum Eigentümer sei kein Kontakt zustande gekommen. So habe der Verein umplanen müssen. Nunmehr wird an verschiedenen Orten an die Postgeschichte der Stadt Glauchau erinnert.

In der Zwischenzeit sind die Vereinsmitglieder von der mittlerweile stattgefundenen Versteigerung des ehemaligen Reichspost- und Telegrafenamtes überrascht worden. Das Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Haus mit aufwendig gestalteter Fassade hat am 30. August bei einer Auktion in Dresden den Besitzer gewechselt. Der neue Eigentümer erwarb die Immobilie für 460.000 Euro. Der Anfangswert lag bei 350.000 Euro. Die Versteigerung wurmt den Verein. Doch sei es drum. "Es zeigt nur, dass wir mit unseren Überlegungen, die Postgebäude in den Mittelpunkt zu stellen, nicht ganz falsch lagen", sagt Peter Dittmann.

Vor etwa einem halben Jahr habe sich der Verein Gedanken gemacht, was 2016 im Mittelpunkt des Denkmaltages stehen sollte. Auf die Post kamen die Mitglieder recht schnell. Glauchau hat zwei ehemalige Postgebäude, die heute noch genutzt werden - das Postamt an der Leipziger Straße mit der Postbank als Mieter und das Gebäude am Schulplatz, das die städtische Altenheim gGmbH nutzt. So etwas haben laut Dittmann nur wenige Orte aufzuweisen. Darüber hinaus beschäftigt sich der Verein seit geraumer Zeit mit der Postgeschichte in der Region. Dittmann selbst hat eine Broschüre zum Thema verfasst, die der Verein herausgegeben hat. Zum Jubiläumsjahr anlässlich des 775-jährigen Bestehens der Stadt Glauchau hatte der Denkmalverein ein Postkutschentreffen organisiert.

Am Sonnabend soll um 15 Uhr am Schulplatz eine neue Hinweistafel auf die Postgeschichte einweiht werden. "In der nächsten Zeit haben wir vor, insgesamt zehn solcher Tafeln an post- und verkehrsgeschichtlich bedeutsamen Standorten aufzustellen", kündigt Dittmann an. Dazu gehört unter anderem die Lichtensteiner Straße, dort, wo eine restaurierte Postmeilensäule steht.

Eine "sehr interessante und einmalige Ausstellung über die Entwicklung der sächsischen Fernmeldetechnik" habe der Verein nach Glauchau geholt. Dabei werden auch einige historische Gegenstände wie Telefone, Hebdrehwähler und eine Nebenstellanlage gezeigt. Diese Ausstellung wird am Sonnabend um 15.30 Uhr im Weißen Gewölbe im Schloss von Jürgen Haubold eröffnet. Er ist der Leihgeber und arbeitet im Fernmeldemuseum Dresden. Anschließend hält Restaurator Christian Metzeroth einen Vortrag über die historischen Wandmalereien im Postamt an der Leipziger Straße. An deren Restaurierungen war Metzeroth vor vielen Jahren selbst beteiligt. Die Ausstellung im Weißen Gewölbe ist auch am Sonntag ganztätig geöffnet.


Zum Denkmaltag gibt es in Glauchau verschiedene Aktionen

Unter dem Motto "Gemeinsam Denkmale erhalten" steht der diesjährige Tag des offenen Denkmals, der deutschlandweit am 11. September begangen wird. Dabei kommt es auch in Glauchau neben den Aktivitäten des Denkmalvereins zu verschiedenen Aktionen an verschiedenen Orten.

Museum Schloss Hinterglauchau. Das Museum bekommt am Sonntag um 10.30 Uhr eine sogenannte "Glauchau-Uhr" aus Privatbesitz geschenkt. Sie entstand in der Werkstatt des Glauchauer Uhrmachermeisters Fels mit der Datierung 1807 und wurde damals eigens als Hochzeitsgeschenk angefertigt. Im Zusammenhang mit der 2014 im Museum gezeigten Ausstellung "Uhren aus fünf Jahrhunderten" entschied sich der Restaurator Thomas Heinicke aus Wickersdorf, der Stadt Glauchau diese Uhr zu schenken. Es handelt sich laut Heinicke um ein herausragendes Beispiel sächsischer Handwerkskunst.

Lutherhaus im Wehrdigt. Die Lutherkirche und das dazugehörige Lutherhaus stehen am Sonntag von 14bis 18 Uhr für Besichtigungen zur Verfügung. Das Lutherhaus selbst wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. In den letzten Jahren wurde es aufwendig saniert. Vor allem innen gibt es sehenswerte Dinge zu bestaunen. So zum Beispiel die historischen Rollläden und die restaurierten Glasfenster.

Kirchgemeinde St. Georgen. Neben dem Gottesdienst am Sonntag um 9Uhr ist die Georgenkirche im Glauchauer Stadtzentrum von 11 bis 17 Uhr für Besichtigungen geöffnet. Turmführungen finden: 11, 13, 13.45, 14.30 und 15.15 Uhr statt.

Kirche St. Anna in Wernsdorf. Von 10 bis 16 Uhr lädt die Kirche am Schulweg 4 in Wernsdorf zur Besichtigung ein. Besucher können sich ein Bild über den Fortgang der Sanierungsarbeiten machen. In diesem Jahr erfolgte zum Beispiel die Restaurierung des barocken Kanzelaltars.

Wasserturm Gesau. Der Bürgerverein Gesau, Höckendorf, Schönbörnichen betreibt seit vielen Jahren den Wasserturm und öffnet ihn mehrmals im Jahr zur Besichtigung. So auch am Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Unter anderem wird es möglich sein, den Turm am Stadtrand von Glauchau zu besteigen. Der Aufstieg erfolgt über 81 Stufen. Wer sie bewältigt, wird mit einem sehenswerten Blick über Stadt und Umland belohnt. (sto)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...