Verein startet Werbe-Offensive

Die Handballer aus Glauchau und Meerane gehören zu den sportlichen Aushängeschildern in der Region. Trotzdem kämpfen sie gegen einen Rückgang bei den Zuschauerzahlen. Wie lässt sich das Interesse wieder erhöhen?

Glauchau/Meerane.

Der Handball-Sachsenligist HC Glauchau/Meerane geht neue Wege bei der Zuschauerwerbung. Der Verein hat an den letzten Tagen auf einer Leuchtreklametafel, die sich in der Nähe des Kreisverkehrs an der Äußeren Crimmitschauer Straße in Meerane befindet, auf sein nächstes Heimspiel aufmerksam gemacht. "Wir versuchen alle Möglichkeiten zu nutzen, um das Interesse an unseren Heimspielen zu erhöhen", sagt Vereinschef Frank Blauhut. Er berichtet, dass der Verein im Durchschnitt mit 300 Besuchern pro Heimspiel kalkuliert. Davon war der HC in den letzten Wochen weit entfernt. Das Spitzenspiel gegen Görlitz verfolgten 250 Zuschauer. Gegen Zwenkau (230 Zuschauer) und Zwickau (220 Zuschauer) kamen sogar noch weniger Leute. "Das stellt uns nicht zufrieden. Wir brauchen die Zuschauereinnahmen auch, um Kosten zu decken", sagt Blauhut.

Die Auftritte des HC Glauchau/Meerane, der zu den sportlichen Aushängeschildern in der Region gehört, verfolgten in der Vergangenheit oft zwischen 350 und 400 Zuschauern pro Heimspiel. Einen Einbruch gab es in der Saison 2017/18, als die Mannschaft oft hinter den Erwartungen zurückblieb und aus der mitteldeutschen Oberliga abstieg. "Das wirkt bis heute nach", sagt Frank Blauhut. Er macht deutlich, dass die Mannschaft von Trainer Mario Schuldes in den letzten Wochen quasi in Vorleistung gegangen ist. Sie hat starke Leistungen gezeigt und fünfmal in Folge gewonnen. Damit kommt es am heutigen Samstag, ab 18 Uhr, in der Karl-Heinz-Freiberger-Halle zu einem Spitzenspiel. Der HC steht auf dem zweiten Platz. Die Gäste aus Hoyerswerda rangieren an fünfter Stelle. "Das Team hat zuletzt seinen Beitrag geleistet, damit die Zuschauerzahlen wieder steigen", sagt Frank Blauhut, der zudem auf das Rahmenprogramm verweist. Dazu gehört der Auftritt der "Meeta-Girls" vor dem Anwurf. Vereinsmitglieder kümmern sich bei den Heimspielen in Meerane um den Verkauf von Speisen und Getränken. Andere Attraktionen und Angebote sind dagegen weggefallen. Das Kostüm von Maskottchen "Hamster Heinrich" bleibt schon seit einigen Jahren im Schrank hängen. Auch den HC-Stammtisch, an dem die Trainer das Spiel analysierten, gibt es nicht mehr. "Für solche Dinge braucht man Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren", sagt Blauhut. "Wir sind für Angebote dankbar und für neue Ideen offen."

Jens Rülke, der sich als Teammanager um viele organisatorische Dinge rund um die erste Mannschaft kümmert, sieht die Ursachen für den Rückgang der Zuschauerzahlen nicht nur in den eigenen Reihen. Er verweist zudem auf die Probleme, die der Spielplan in der Handball-Sachsenliga mit sich bringt. "Es fehlt ein Rhythmus für die Zuschauer", sagt Jens Rülke, der bis Sommer 2018 an der Spitze des Vereins stand, und schiebt ein konkretes Beispiel nach: "Wir haben Anfang Oktober ein tolles Spiel gegen Görlitz gezeigt. Dann müssen wir fünf Wochen bis zum nächsten Heimspiel warten." Das wird übrigens in den nächsten Monaten nicht besser: Im Januar, Februar, März und April spielt das HC-Team jeweils nur einmal im Monat zuhause. Rülke verweist zudem auf den Blick zur Konkurrenz: "Mit unseren Zuschauerzahlen liegen wir immer noch im oberen Drittel der Sachsenliga."

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