Verlassenes Haus verängstigt Anwohner

Ein unbekannter Mann hält sich immer wieder in dem verwahrlosten Gebäude an der Glauchauer Theaterstraße auf. Ein Nachbar hat dort Hinweise auf Drogenkonsum gefunden.

Glauchau.

Gestrüpp rankt sich um den verwahrlosten Ziegelbau in der Theaterstraße 21 in Glauchau. Die einfache Holztür ist nicht verschlossen, im Erdgeschoss ist ein Fenster eingeschlagen. Der kleine Raum, den man von außen sehen kann, ist unordentlich und voll mit altem Gerümpel. Auf dem Boden liegen wild durcheinander verstaubte Karl-May-Romane, altes Geschirr, Broschüren, Briefe, ja sogar Kontoauszüge offen herum. Ein Fahrrad ohne Sattel steht an einen Tisch gelehnt. Auf einer alten Bank liegen Kleidungsstücke. Besonders unheimlich: In der Ecke des Raumes steht ein Nagelbrett an die Wand gelehnt, wie es Fakire in Zaubershows verwenden. Unglaublich, dass dort bis vor etwa anderthalb Jahren noch jemand gewohnt haben soll.

Das verlassene Haus ist den Nachbarn schon lange ein Dorn im Auge. Aber nicht nur dessen Anblick. Seit zweieinhalb Wochen treibt sich dort immer wieder ein unbekannter Mann herum. Daniel Grünhard wohnt mit seiner Frau und den drei kleinen Kindern direkt nebenan. "Wir haben den Mann schon häufiger aus der Ausfahrt rauskommen sehen", sagt er. Weil er wissen wollte, was der Unbekannte dort treibt, hat Daniel Grünhard schließlich selbst nachgesehen. Seit einem Einbruch im Sommer 2015 stand die Haustüre immer offen.

Kontakt und wurde aufgefordert, sich sofort zu melden, wenn der Mann dort wieder auftaucht. "Wir kennen das Problem und sind schon mehrfach dort gewesen", bestätigt Polizeisprecherin Anett Münster. Angetroffen hat die Polizei aber bisher noch nie jemanden. Auch mit der Stadt hat Daniel Grünhard schon Kontakt aufgenommen. Sogar ein Treffen mit Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) hat es deshalb schon gegeben.

"Das Objekt befindet sich in Privatbesitz, der Eigentümer ist der Stadt bekannt", sagt Stadtsprecherin Bettina Seidel. Dieser wird von der Stadt schriftlich informiert. Ordnungsamt und Bauordnungsamt prüfen derzeit, ob es eine Gefährdung für den öffentlichen Verkehrsraum gibt. Davon erhofft sich Daniel Grünhard nicht viel, weil das Haus durch seinen Standort keine Straße oder Gebäude gefährdet.


Mehr als 50 Häuser auf der Abrissliste

Die Ruine an der Glauchauer Theaterstraße ist kein Einzelfall. Die Stadt hat es an vielen Stellen mit leer stehenden Häusern zu tun. Die Gebäude müssen gesichert werden, damit von ihnen keine Gefahren für die Öffentlichkeit ausgehen. Momentan sind 39 Fälle in Bearbeitung, 20 Häuser werden intensiv beobachtet. Im Brachenkonzept der Stadt sind 53 ehemalige Wohn- und Geschäftshäuser aufgeführt, die keine Zukunft mehr haben und irgendwann einmal abgerissen werden sollen. (sto)

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