VHS: Mehr Kurse für ländlichen Raum

Die Kurspläne für das Herbstsemester sind bereits fertig. 2019 wird jedoch die Förderung erhöht. Deshalb könnte sich dann einiges ändern.

Zwickau.

Die Volkshochschule (VHS) Zwickau erhält im kommenden Jahr mehr Geld vom Freistaat. Wie viel das sein wird, steht derzeit noch nicht fest. Über den gesamten Etat für alle sächsischen Weiterbildungsträger wird der Landtag frühestens Ende August entscheiden. Im nächsten Doppelhaushalt sind dafür 9,5 Millionen Euro pro Jahr und damit 2,5 Millionen Euro mehr als bisher vorgesehen. Der Etat gilt für alle Weiterbildungsträger im Freistaat, die Volkshochschulen erhalten den größten Teil. Bei der Zwickauer Einrichtung gibt es bereits Pläne für den Einsatz der höheren Zuwendungen. "Das Geld soll in die Digitalisierung und gute Angebote in der politischen Bildung, vor allem im ländlichen Bereich, fließen", sagt Leiter Patrick Schulze.

Die VHS Zwickau muss dabei einige Hürden meistern. Im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen besitzt sie keine eigenen Immobilien, mietet sich stattdessen beispielsweise in Berufsschulzentren, Gymnasien oder Kirchgemeinden ein. Ein Whiteboard, eine weiße und mit speziellen Filzstiften beschreibbare Tafel, anzuschaffen, nützt in diesem Fall wenig. Besser wären unter diesen Umständen mobile Netzwerkgeräte, mit denen Internetnutzung möglich wird.

Vor allem im ländlichen Raum sieht Schulze noch viel Potenzial. Häufig wird hier nicht die von der Weiterbildungsverordnung vorgeschriebene Mindestteilnehmeranzahl von acht pro Kurs erzielt. Durch die Kreisreform seien einige Stützpunkte geschlossen worden. "Die Leute haben wohl den Eindruck, dass es uns nicht mehr gibt", meint Schulze. Die VHS Zwickau hat jedoch erreicht, dass in diesen Regionen die Kurse schon mit vier Teilnehmern starten können. Probleme bereitet unter anderem auch die zu geringe Anzahl an Dozenten. "Es gibt nicht genügend Leute, die bereit sind, für ein geringes Honorar Kurse zu geben", bemängelt der Leiter der Zwickauer VHS.

Gefragt sind vor allem Sprachkurse in Englisch, Italienisch und Spanisch. Viele Menschen wollen sich im Urlaub besser verständigen. Auch bei den Kursen für Tschechisch herrscht kein Mangel an Interessenten. Ab Anfang September wird wieder Chinesisch gelehrt. Dozentin Yuhong Liu studiert derzeit an der Westsächsischen Hochschule und gibt ihre Muttersprache weiter. Wer Gitarre spielen lernen möchte, muss sich indes gedulden. Der Kurs dafür ist bereits ausgebucht. Deutlich weniger Interesse gibt es hingegen für politische Themen.

Im vergangenen Jahr bildeten sich insgesamt 5000 Teilnehmer in den Kursen weiter. Diese Zahl sei seit Jahren konstant. "Für einen Landkreis mit der Zwickauer Größe ist das aber zu wenig", so Schulze.

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