Waldenburger Bad: Scheidung gipfelt in Streit ums Geld

Der frühere Chef des Freibades und der Sauna fühlt sich von der Töpferstadt unfair behandelt. Im Rathaus sieht man das anders.

Waldenburg.

Über das Waldenburger Sommerbad bahnt sich ein Rechtsstreit zwischen der Stadt und dem ehemaligen Betreiber an. Letzterer war bis zum Vorjahr Thomas Sprunk, der den Pachtvertrag kündigte. Nun liegen die Geschicke im Bad wieder in kommunaler Hand. Für die Übernahme der Einrichtungsgegenstände wollte Sprunk zunächst 40.000 Euro. Weil das der Stadt zu hoch erschien, vereinbarte man mit Zustimmung des Stadtrats schließlich 25.000 Euro.

Doch darauf wartet er bis heute, sagte Sprunk neulich öffentlich im Technischen Ausschuss. Ende November fand die Inventur statt, im Dezember die Übernahme. "Ich hätte im Januar mit dem Geld gerechnet, habe extra noch eine Rechnung geschrieben." Stattdessen erhielt er Ende Januar einen Brief der Stadt: Es habe Unregelmäßigkeiten bei den Einrichtungsobjekten gegeben. Einige aufgelistete Objekte waren gar nicht mehr da. Zudem der Vorwurf: Sprunk und sein Team haben den Erhalt der Anlage vernachlässigt.


Den ersten Punkt räumt Sprunk teilweise ein. "Einige Sachen, die ich aufgelistet hatte, waren von einer alten Inventurliste und nicht mehr aktuell", sagt er. Über ein paar Abzüge von den 25.000 Euro hätte man reden können. Doch was alles genau beanstandet wird, wisse er gar nicht. "Eine Auflistung darüber habe ich nicht erhalten."

Dass er das Bad und Sauna nicht ordnungsgemäß erhalten habe, will er nicht auf sich sitzen lassen. "Das trifft nicht nur mich, sondern mein ganzes Team", sagt er. "Und ich hatte die besten Mitarbeiter, die es gibt." "Nach zehn Jahren als Bademeister und 14 Jahren als Betreiber finde ich den Umgang nicht fair." Zumal er nach wie vor für technische Fragen bereit stehe und Tipps gebe.

Im Rathaus sieht man das etwas anders. Man habe von Sprunk nie die früheren Rechnungen über die Einrichtungsgegenstände erhalten, sagt Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler). "Insofern sind die 25.000 Euro schon ein Entgegenkommen an ihn." Und eine Inventurliste von Ende November, bei der einige Mängel offensichtlich wurden, sei von Sprunk selbst mit unterschrieben worden. "Laut Vereinbarung war Herr Sprunk dafür verantwortlich, die Anlagen zu erhalten", so Pohlers. "Und dann stellen wir fest, dass zum Beispiel Duschen nicht funktionieren oder Gartengeräte fehlen. Dadurch kommen auf die Stadt ja noch Kosten zu." Solange die Verwaltung nicht wisse, wie hoch diese ausfallen, könne man auch die Summe an Sprunk nicht einfach auszahlen.

Zumindest letzter Punkt rief Kritik im Technischen Ausschuss hervor. "Dass man die Auszahlung bislang vorenthalten hat, davon haben wir erst in der Sitzung erfahren", sagt Ausschussmitglied Falk Geringswald (CDU). Wie die Kommune mit dem Thema umgeht, wird wohl der Stadtrat Ende Februar entscheiden müssen. Ob Sprunk noch so lange warten will, ist unklar. "Ich hoffe auf eine Reaktion bis Montag", sagte er. "Sonst wird es wohl auf einen Rechtsstreit hinauslaufen."

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