Waldenburger Wunderkammer ist einen Klick entfernt

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Das Naturalienkabinett hat eine neue Internetseite. Auf der sollen sich vor allem Menschen mit Seh- oder Hörproblemen besser zurechtfinden. Aus Respekt steht aber nicht alles im Netz.

Waldenburg.

Die Schließzeit aufgrund der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus hat das Team von Fanny Stoye genutzt: Die Chefin des Museums und Naturalienkabinetts Waldenburg und ihre Mitstreiter haben die Internetseite neu gestaltet. Vor allem Menschen mit Einschränkungen profitieren davon.

So ist die Seitenstruktur so gewählt, dass vor allem blinde Personen sich gut zurechtfinden, erläutert Fanny Stoye. "Für unsere immer zahlreicher werdenden blinden Besucherinnen und Besucher haben wir eigens mit dem Sächsischen Reha-Netz eine Wegbeschreibung erarbeitet, damit jeder so eigenständig wie möglich in unser Museum findet." Dazu gehören auch Lagepläne für Menschen in Rollstühlen und eine Schilderung, wo sich zum Beispiel Tast-, Hör- und Duftstationen befinden. Ein erster Image-Film ist bereits für gehörlose Personen untertitelt verfügbar. "Dieses Format werden wir weiter ausbauen."

Fanny Stoye bezeichnet die alte Webseite als unbrauchbar, da keine Fotos, Videos oder Dokumente eingestellt werden konnten. Das ist nun gänzlich anders. Es gibt einen News-Bereich, Videos, einen eigenen Download-Bereich und die Wunderkammer digital, für die bislang 400 Stücke erfasst wurden. Sie können einzeln angeklickt werden, überall sind Informationen hinterlegt. Ohne Foto kommen aber die Humanpräparate aus. Mit Absicht. "Dazu haben wir uns nach einer längeren Abwägung entschieden, um die Würde der menschlichen Präparate zu wahren", so Stoye. Informationen dazu gibt es aber.

Ebenfalls neu ist der Bereich, in dem über aktuelle Forschungen und Restaurierungen des Museums informiert wird. Zudem wurde ein Blog gestartet, auf dem auch Gastautoren zu Wort kommen sollen. Alles in allem hat die neue Webseite knapp 20.000 Euro gekostet. "Unserem Ziel, ein Haus für alle zu sein, sind wir ein riesiges Stück näher gekommen", freut sich Stoye. Und die Arbeit geht noch weiter: Nach und nach soll die Seite auch in leichter Sprache (für Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen oder mit Verständniseinschränkungen) sowie in Gebärdensprache verfügbar sein. www.museum-waldenburg.de

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