Warum es diesen Waldenburger oft nach Frankreich zieht

Hilmar Reimann liebt die Lebensart in der Partnergemeinde Noyelles-les-Vermelles. Um die Jugend beider Orte zusammenzubringen, organisiert er seit zehn Jahren gemeinsame Freizeiten.

Waldenburg.

Seine Augen leuchten, wenn Hilmar Reimann beginnt über die nordfranzösische Gemeinde Noyelles-les-Vermelles zu erzählen. Der 59-Jährige ist bis zu viermal im Jahr in der 860 Kilometer entfernten Kommune, die bereits vor 50 Jahren eine Partnerschaft mit Waldenburg schloss. Besonders gefällt ihm, dass die Franzosen alles etwas ruhiger angehen lassen. "Ein Abendessen kann schon mal drei Stunden dauern. Ich liebe das gesellige Beisammensein. In Deutschland nimmt man sich dafür zu wenig Zeit", sagt er.

Seit zehn Jahren organisiert Reimann gemeinsam mit dem Franzosen Jean Paul Copin, dem Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Noyelles-les-Vermelles, die jährlichen Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche beider Orte. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement ist Hilmar Reimann jetzt als verdienter Bürger der Stadt Waldenburg ausgezeichnet worden.

Seiner Meinung nach profitieren die elf- bis 14-jährigen Nordfranzosen und Waldenburger von dem Angebot in vielerlei Hinsicht: "Ich denke, die gegenseitigen Besuche helfen den jungen Menschen dabei, sich selbst auszuprobieren, eine andere Sprachen zu sprechen und Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund kennen zu lernen."

Mit der Planung der Freizeiten in der Töpferstadt beginnt der Ehrenamtler immer schon zu Jahresbeginn. "Dann mache ich mir Gedanken, was wir in der Region unternehmen könnten", so Reimann. Dieses Jahr steht unter anderem der Besuch der Friweika in Weidensdorf und der Meeraner Schokoladenmanufaktur auf dem Plan. "Wir werden außerdem in der Remser Töpferei von Änne Tantow mit Ton arbeiten. Jeder kann dann ein Andenken mit nach Hause nehmen", sagt er.

In der 2400 Einwohner zählenden französischen Gemeinde ist der Waldenburger ein gern gesehener Gast. "Dadurch das ich regelmäßig in Noyelles-les-Vermelles bin, kennen mich ganz einfach die Leutedort", so der Westsachse. Mit der Verständigung klappt es mittlerweile auch ganz gut. Über die Jahre habe er gelernt, französisch zu sprechen. Nur mit den französischen Bratwürsten könne er sich nicht anfreunden. "Für meinen Geschmack sind die zu klein und liegen zu lang auf den Grill. Einige Male habe ich deutsche Rostbratwürste mit nach Nordfrankreich genommen. Die waren sehr beliebt", so Hilmar Reimann.

Schon im März wird der Waldenburger wieder nach Frankreich reisen. Da steht dort die Bürgermeisterwahl an. "Natürlich werde ich Léon Copin, der seit 1971 Bürgermeister in Noyelles-les-Vermelles ist, die Daumen drücken", sagt er.

Den Besuch wird Hilmar Reimann gleich mit nutzen, um Fahnen mitzunehmen, die im September immer bei der Waldenburger Parkkunst ausgestellt werden. "DEs hat sich so eingebürgert, das beispielsweise der ortsansässige Kindergarten und die Schule jedes Jahr Fahnen bemalen", sagt der Waldenburger.

Für die Ferienfreizeit in Noyelles-les-Vermelles vom 18. bis 26. Juli sucht Hilmar Reimann noch Mitstreiter, die ihm bei der Betreuung der Waldenburger Gruppe unterstützen. Interessenten können sich bei ihm melden


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