Weit gereiste Gäste auf der Schlossweihnacht in Waldenburg

Die vier Partnerstädte von Waldenburg präsentierten ihre kulinarische Spezialitäten. Darunter auch Gäste aus Frankreich. An den Ständen traf sich zusehends Stammkundschaft.

Waldenburg.

Die Schlossweihnacht in Waldenburg lockte am Wochenende wieder Besucher aus Nah und Fern in die Töpferstadt. Weihnachtliche Stimmung verbreiteten auch die 90 Stände, an denen kulinarischen Genüsse und handwerkliche Arbeiten feilgeboten wurden. Unter den Ausstellern waren auch weit gereiste Gäste. Die vier Partnerstädte von Waldenburg ließen es auch dieses Jahr nicht nehmen, ihre Spezialitäten auf dem Weihnachtsmarkt anzubieten.

Den weitesten Anfahrtsweg hatte wohl Jean Paul Copin mit seinem Team aus Noyelles-les-Vermelles. Seit Jahrzehnten pflegen die Stadt Waldenburg und die 2400 Einwohner große nordfranzösische Gemeinde einen aktiven Austausch. "Erst dieses Jahr feierte die Städtepartnerschaft ihr 50-jähriges Jubiläum", sagte der Waldenburger Rathauschef Bernd Pohlers (Freie Wähler) und freute sich, die Franzosen begrüßen zu können. 850 Kilometer hatte die Delegation schon am vergangenen Freitag zurückgelegt. Im Gepäck: Bier, Käse und Wein aus Nordfrankreich. Der 61-Jährige Jean Paul Copin kann sich noch gut daran erinnern, wie die Partnerschaft in den 1970er-Jahren aussah. "Da war die DDR politisch noch völlig vom Westen isoliert. Mit der Wende kam dann alles anders. Seitdem halten nicht nur die Erwachsenen Kontakt. Seit zehn Jahren organisieren Noyelles-les-Vermelles und Waldenburg Freizeiten für Kinder", sagte Copin, der sich im Partnerschaftskomitee engagiert.

Auch dieses Jahr fanden die Schwäbischen Maultaschen aus dem 380 Kilometer entfernten baden-württembergischen Waldenburg - mit dem die Töpferstadt seit der Wende freundschaftliche Beziehungen führt - wieder Absatz. Hans Rösch wusste die ein oder andere Anekdote über das Nudelgericht zu berichten. "Ein Mönch hat das Gericht - in unserer Region auch unter dem Namen Herrgottsbescheißerle bekannt - erfunden. Während der Fastenzeit im Kloster durfte kein Fleisch gegessen werden. Der Geistliche hat damals das Hackfleisch ganz geschickt im Nudelteig verschwinden lassen", sagte Rösch. Die Einnahmen werden wie jedes Jahr an ortsansässige Vereine oder an die Partnerstadt gespendet. "Je nachdem, wer das Geld dringend braucht. Bei uns steht der Spaß und das ehrenamtliche Engagement im Vordergrund", sagte der 65-jährige aus dem Waldenburg mit der 7 zu Beginn der Postleitzahl.

Weil sich Monika Braun aus der Partnerstadt Warthausen und Walter Bürgin aus der Gemeinde Waldenburg in der Schweiz so gut verstehen, teilten sich die beiden einen Stand. "Wir hatten beim Bauhof-Chef angefragt, ob unsere Buden nicht zusammen stehen könnten, weil wir uns gerne mal unterhalten. Herr Winter meinte dann: 'Wisst ihr was? Ihr bekommt einfach eine Weihnachtsbude zusammen", sagte Monika Braun. Die ehemalige Stadträtin hatte Obstbrände aus Warthausen im Gepäck. An dem Stand der beiden kaufte am Samstag Anja Erla ein. "Seit sechs Jahren kaufe ich den Fonduekäse bei Herr Bürgin. Der Käse aus dem Supermarkt kann da einfach vom Geschmack her nicht mithalten", sagt Erla. Neben dem Fonduekäse bot der Schweizer, der sich in dem Verein "Natürlich Waldenburg" engagiert, aromatischen Schafs- und Ziegenkäse an. Bürgin ist jedes Jahr von der Schlossweihnacht in Waldenburg begeistert. "Ich komme immer wieder gern nach Waldenburg und freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr", sagt Bürgin. Braun pflichtet ihm bei: "Auf der Schlossweihnacht trifft man jedes Mal auf alte Bekannte. Das ist immer wieder eine schöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte." Die beiden sind sich sicher: Auch im kommenden Jahr sind sie wieder mit dabei.

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