Wenn das Geld für den Asphalt fehlt

Auf einem Teilstück des Höckendorfer Weges in Gesau finden Kanalarbeiten statt. Für eine neue Fahrbahn fehlt das Geld. Nun haben die Anwohner eine Petition gestartet.

Glauchau.

Es klingt wie ein Schildbürgerstreich, ist aber keiner: Auf dem oberen Teil des Höckendorfer Wegs im Glauchauer Ortsteil Gesau werden derzeit Kanalbauarbeiten durchgeführt. Die Straße ist teilweise aufgerissen. Nach Abschluss der Erdarbeiten soll der entsprechende Teil wieder zugeflickt werden. Allerdings: Als der untere Bereich der Straße auf gut 600 Metern Länge im vergangenen Jahr dran war, wurde die Decke über die gesamte Straßenbreite erneuert und auch ein Fußweg hergerichtet. Die Anwohner staunten daher nicht schlecht, als sie erfuhren, dass für den oberen Teil des Höckendorfer Weges kein Geld bereits steht, um die Fahrbahn komplett zu erneuern, sondern dass die Gräben nur zugeflickt werden sollen.

Die Verärgerung scheint groß zu sein: Die Anwohner haben eine Petition auf den Weg gebracht, die inzwischen auf dem Schreibtisch von Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) gelandet ist. Auch den Stadtratsfraktionen wurde die Petition zugeschickt. 44 Unterschriften haben die Initiatoren gesammelt. "Sind wir denn nur Anwohner zweiter Klasse, wenn die Straße nicht erneuert wird?", heißt es in dem Schreiben. Im ersten Bauabschnitt sei die Straße ja sehr schön saniert worden. Man bitte daher um die Bereitstellung der Mittel. Der Gesauer Heinz Schumann war bereits bei OB Dresler zum Gespräch, doch der Oberbürgermeister habe mit dem Verweis auf fehlende Mittel im Haushalt eine Absage erteilt.

Die Anwohner können das nicht verstehen. Letztlich gehe es um vielleicht 200.000 Euro, heißt es. Ortsvorsteher Jörg Billing, der die Petition mit unterzeichnet hat, meint: "Bei den Bauarbeiten wird ja auch die gesamte Straße in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadträte müssen erkennen, dass es sinnvoll wäre, die Fahrbahn komplett zu machen."

Die Stadtverwaltung wollte sich auf Anfrage von "Freie Presse" nicht weiter dazu äußern. Bestätigt wurde lediglich der Eingang des Schreibens beim OB. Das Anliegen werde gegenwärtig sachlich geprüft, teilte die Pressestelle mit.

Bei der letzten Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend hakte CDU-Stadtrat Karsten Ulbricht nach. Ergebnis: Der Oberbürgermeister soll sich mit den Fraktionsvorsitzenden darauf verständigen, dass der Petitionsausschuss einberufen wird. Weil eine entsprechende Baumaßnahme nicht Bestandteil des Haushaltsplanes sei und damit auch nicht finanziell hinterlegt ist, müsse sich erst der Ausschuss damit befassen. Das werde zeitnah passieren, hieß es.

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