Wer wird sein Nachfolger in Oberwiera?

Bernd Geringswald ist der älteste Bürgermeister im Landkreis. Ende 2019 tritt er ab. Bei der Nachfolgefrage traut sich noch niemand aus der Deckung.

Oberwiera.

73 Jahre alt wird Bernd Geringswald (CDU) am 5. März. Er ist damit der älteste Bürgermeister im Landkreis Zwickau. Frank Taubert aus Dennheritz kommt ihm am nächsten, ist drei Monate jünger. Wer kann es Geringswald da übel nehmen, wenn er ans Aufhören denkt?

"Bei der nächsten Wahl im Herbst trete ich nicht noch einmal an", sagt er. "Ich habe den Job immer gerne gemacht, aber nun muss mal jemand Junges ran." Zumal der frühere Bauunternehmer bereits einmal wiedergewählt wurde und seit nunmehr über 13 Jahren im Amt ist. 2012 erhielt er 95,8 Prozent der Stimmen, war aber auch der einzige Kandidat. Was die Frage aufwirft, wer ihm nun im Oberwieraer Gemeindehaus folgen könnte?


Offizielle Kandidaten für das Bürgermeisteramt gibt es noch nicht. Auch bei den beiden Fraktionen im Gemeinderat, der Freien Wählergemeinschaft "Oberes Wieratal" und der CDU, traut man sich offiziell noch nicht aus der Deckung auf die Frage, ob das Thema derzeit diskutiert wird. "Dazu äußere ich mich jetzt nicht", sagte Bringfried Berger (Freie Wählergemeinschaft). "Das machen wir zu gegebener Zeit. Aber ich bin optimistisch, dass sich ein Kandidat finden wird."

Kerstin Gentsch, die für die CDU im Rat sitzt, sagt: "Wir müssen bei diesem Thema in die Gänge kommen." Leicht werde die Sache nicht. "Wir wissen alle, dass das Amt mit viel Arbeit verbunden ist." Sie selbst könne sich eine Bewerbung nicht vorstellen. "Ich stehe voll im Berufsleben." Der Bürgermeisterjob in der kleinen Gemeinde ist nämlich kein Haupt-, sondern ein Ehrenamt.

Das Problem kennt Geringswald besser als jeder andere. "Ich war damals 60 Jahre alt und hatte meine Firma weitgehend meinem Sohn übergeben." Mit einem Teilzeitjob oder als Vorruheständler sei die Tätigkeit als Gemeindeoberhaupt gut vereinbar. "Es ist aber nicht leicht, sich mit Vollzeitjob für so ein Amt zu entscheiden", sagt er. Es nehme viel Zeit in Anspruch, auch wenn der Großteil der Arbeit aufgrund der Verwaltungsgemeinschaft in Waldenburg über den Tisch geht.

Als Geringswald das Amt übernommen hatte, stand noch die Eigenständigkeit der Gemeinde infrage. "Das wollte ich nicht, und das ist inzwischen auch kein Thema mehr. Der Freistaat hat ja den ländlichen Raum wieder für sich entdeckt." Was sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin mitbringen muss für das Amt? "Er oder sie sollte im Ort bekannt sein. Erfahrung in der Kommunalpolitik ist sinnvoll", so der Bürgermeister. Außerdem: "Man muss natürlich vor der Öffentlichkeit sprechen können. Und ein ordentlicher Schulabschluss gehört auch dazu."


Die Bürgermeisterwahl

Hauptamtliche Bürgermeister/innen dürfen bei der Wahl nicht älter als 64 Jahre alt sein. Für Ehrenamtliche gilt diese Beschränkung nicht.

Für die Wahl können Vorschläge von Parteien, Wählervereinigungen und von Einzelbewerbern eingereicht werden. Jede Partei, jede Wählervereinigung und jeder Einzelbewerber kann nur einen Vorschlag einreichen. Die Wahl gewinnt, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Entfällt auf niemanden mehr als die Hälfte, findet ein zweiter Wahlgang statt.

Ein Wahltermin wird noch bekannt gegeben. Zuvor stehen im Mai die Kommunalwahlen an, bei der der Gemeinderat gewählt wird.

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