Westtrasse: Lückenschluss wird konkreter

Im Südwesten des Landkreises steht das letzte Teilstück der S 289 an, die die A 72 mit der A 4 verbinden soll.

Gospersgrün.

Im Spätsommer des Vorjahres wurde ein Paket von Vorschlägen zum künftigen Verlauf der neuen S 289, auch Westtrasse genannt, auf Gospersgrüner und Römersgrüner Flur der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach herrschte Stillschweigen. Jetzt präsentierten Vertreter der Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen (List), ein Unternehmen des Freistaates, innerhalb eines Bürgerforums das Resultat ihrer Arbeit. Rund 200 Interessenten in der voll besetzten Gaststätte des Agrarhofs Gospersgrün warteten gespannt auf das Ergebnis.

Bei der Entscheidung fiel die Wahl auf die Variante eins. Zu Beginn der Planungen standen zehn verschiedene Varianten zur Debatte. Im weiteren Verlauf wurden dann vier Hauptvarianten näher in Betracht gezogen und allen Trägern öffentlicher Belange vorgelegt. Die Forderung der Gemeinde: An der Querung der geplanten neuen S 289 mit der Reichenbacher Straße müsse eine Anschlussstelle geschaffen werden. Bisher ist lediglich eine Anschlussstelle im Bereich der S-Kurve am Abzweig nach Gospersgrün vorgesehen. "Kommt die geforderte Anbindung nicht, rollt künftig der gesamte Verkehr vom Postfrachtzentrum weiterhin durch Römersgrün und wir haben am Ende nichts gekonnt", sagt Bürgermeister Matthias Topitsch. Mathias Mehn, Abteilungsleiter bei der List, versprach dies noch einmal zu prüfen. Topitsch bemängelte, dass sich Vertreter des Unternehmens vor einigen Monaten mit der Bürgerinitiative Römersgrün vor Ort getroffen haben, ohne dass die Verwaltung davon erfuhr. "So geht man nicht miteinander um", sagte Topitsch.

Kritik äußerte auch Uwe Neubauer. Der Beiersdorfer, der zum Zeitpunkt der Debatte im Gemeinderat noch dem Gremium angehörte, bemängelte, dass die Volksvertreter viel zu wenig Zeit von der List erhalten hatten, um sich ausführlich mit den Varianten zu befassen und zu beraten.

Noch handelt es sich bei der vorgestellten Variante um eine Grobplanung. Mathias Mehn nannte die weiteren Etappen: Als nächster Schritt erfolgt voraussichtlich vom I. bis III. Quartal 2020 das Vergabeverfahren zu Ingenieurleistungen, zur Erstellung des Vorentwurfs und zur Genehmigungsplanung. Zudem werden eine Aktualisierung der Verkehrsprognose sowie Baugrunduntersuchungen und Vermessungsarbeiten durchgeführt. Die aktuellen Zahlen, die der Abteilungsleiter nannte, stammten aus dem Jahr 2013. Da wurden im Bereich Römersgrün 5000 Fahrzeuge an einem Tag auf der S 289 gezählt. Die Planer gehen für 2025 von 9000 Fahrzeuge aus. Läuft alles weiter nach Plan, so ist nach Mehns Aussagen frühestens in fünf Jahren mit dem Baubeginn des vier Kilometer langen Teilstückes zu rechnen.

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