Wie Glauchau in der Krise helfen soll

Die Stadträte können derzeit zwar nicht tagen. Dennoch machen sie sich Gedanken über die Krisenbewältigung. Es gibt schon einige Ideen.

Glauchau.

Sie sind genauso von der Corona-Krise betroffen, wie alle anderen auch. Sie tragen aber Verantwortung für die Stadt und ihre Einwohner: die Glauchauer Stadträte. Sie haben ein paar Ideen gesammelt, wie die Stadtverwaltung Glauchau die Betroffenen der Krise, unabhängig von den angekündigten staatlichen Hilfen von Bund und Land, unterstützen kann.

Mieten und Pachten stunden. In städtischen Immobilien, vor allem im Glauchauer Ratshof, sind zahlreiche Büros und Geschäfte vermietet. Die Stadt könnte die Mieten stunden, das würde beispielsweise die SPD-Fraktion begrüßen. Von der CDU kommt der Vorschlag, dass die Stadt die Zahlungen beziehungsweise Abschläge für Strom und Wasser übernimmt. Zu diskutieren sei, ob eine Stundung der Gewerbesteuervorauszahlungen möglich ist. Die Linken wollen sich dafür einsetzen, dass den Vereinen alle vertraglich vereinbarten Zuschüsse und Unterstützungen gewährt werden. Nach den Worten von Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) liegen in der Stadtverwaltung bereits Anträge auf Mietstundungen vor.

Beratung der Betroffenen. Bund und Land bringen verschiedene Hilfspakete auf den Weg, um Unternehmen zu helfen. Die CDU regt an, gerade kleine Firmen, Selbstständige, Gewerbetreibende, Einzelunternehmer zu beraten und zu begleiten. Dies könnte eine Aufgabe der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Weberag sein, so sieht es auch die SPD. Allerdings müsste die Weberag aufgestockt werden. In einer Art "Extrablatt" könnten sämtliche Informationen zu Hilfsprogrammen an die Gewerbetreibenden verteilt werden. Darüber hinaus sei eine Übersicht über die Geschäfte sinnvoll, die geöffnet haben.

Kommunale Mikroprojekte. Mit "Mikroprojekten", die aus Sicht der CDU die Kommunen anschieben sollten, könnten kleine Unternehmen und Handwerker in den nächsten Wochen über Wasser gehalten werden. Solche Kleinaufträge könnten Reparaturen und Renovierungen in städtischen Gebäuden, Streichen von Geländern und Zäunen oder Bepflanzen weiterer Grünflächen und Pflanzkübel sein.

Grenzen der Hilfe. Wenn die Wirtschaft nicht läuft, brechen in den Kommunen die Gewerbesteuereinnahmen weg. Deshalb ist es aus Sicht der Linken zum Beispiel wichtig, dass die Stadtverwaltung arbeitsfähig bleibt, um die Unternehmen und Beschäftigten im Bereich der medizinischen Versorgung, der kommunalen Infrastruktur - Energie, Wasser und Abwasser - des Handels und Rettungswesens unterstützen zu können. Ein finanzieller Rettungsschirm für Kommunen wird aus SPD-Sicht ab Herbst gebraucht.

Keine Sitzungen. Die Vorschläge in die Tat umsetzen, wird erschwert, weil es derzeit keine Sitzungen des Stadtrates oder seiner Ausschüsse gibt. Das gilt in Glauchau vorerst bis nach Ostern. Auf Beschlüsse, die im Umlaufverfahren, also ohne öffentliche Sitzung, zustande kommen, verzichtet die Stadt.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.