Wildschweine und Waschbären fühlen sich pudelwohl

Die hiesige Jägerschaft versucht, den Bestand an Schwarzkitteln einzudämmen, um eine Seuche zu verhindern. Bisher klappt das gut. Doch die Sauen sind nicht die einzige Sorge der Jäger.

Werdau.

Das Übergreifen der Afrikanischen Schweinepest auf die Region konnte bisher erfolgreich verhindert werden. "In Holland und Belgien sind Fälle aufgetreten. Bei uns in Deutschland zum Glück noch nicht", sagte Michael Bergt, Leiter des Ordnungsamtes im Landkreis Zwickau. Die hiesige Jägerschaft versucht weiter, den sehr hohen Bestand an Schwarzwild einzudämmen, um eine eventuelle Übertragung der Krankheit auf die hiesigen Tierbestände zu verhindern. "Für Menschen ist die Schweinepest nicht gefährlich. Aber wenn sie zum Beispiel in einer Schweinemastanlage auftritt, müssen alle Tiere dort getötet werden."

Im zurückliegenden Jagdjahr 2018/19 haben die Weidmänner und -frauen 1346 Schweine geschossen und damit fast genauso viele wie im Jagdjahr 2017/18. Da waren es 1396. 54 Wildschweine verendeten nach Verkehrsunfällen. "Der Wildschweinbestand ist nach wie vor extrem hoch", sagte Sandra Moos, Sachbearbeiterin Jagd im Landratsamt Zwickau. "Die Tiere haben auch im zurückliegenden Winter, der weder sehr kalt noch sehr schneereich war, genügend Nahrung gefunden. Viele Jungtiere haben überlebt." Bei der Bejagung setzen die Jäger auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten. Viele Agrarunternehmen legen Schneisen an, zum Beispiel vor beginn der Maisernte im September, damit die Tiere besser bejagt werden können.


Pudelwohl fühlt sich auch der Waschbär in Westsachsen. 432 Tiere wurden im zurückliegenden Jagdjahr zur Strecke gebracht und damit fast doppelt so viele wie noch das Jahr zuvor. "In einigen Orten, wie beispielsweise in Neukirchen oder Werdau sind die Tiere regelrecht zu einer Plage geworden. Sie haben keine natürlichen Feinde und finden genügend Futter", sagt Sandra Moos. Katzennäpfe, Biotonnen, Abfälle auf dem Kompost oder auch die gesamte Kirschernte - nichts ist vor den Räubern mit der Zorro-Maske sicher.

Einen sehr hohen Bestand gibt es im Landkreis Zwickau nach wie vor auch an Rotfüchsen. Von ihnen wurden 1035 Tiere geschossen, fast 400 mehr als im vorhergehenden Jagdjahr, teilt die Jagdbehörde mit. Unfälle mit Füchsen gab es 107. Bei keinem der Tiere wurde Tollwut festgestellt. Doch der Befall der Füchse mit dem kleinen Fuchsbandwurm trat flächendeckend auf. Er ist auch für Menschen gefährlich. Die von den infizierten Füchsen ausgeschiedenen Bandwurmeier können sich auf Wildbeeren und Pilzen ablagern. Wenn diese roh gegessen werden, gelangen sie in den Körper und führen nach und nach zur Zerstörung der Leber. "Deshalb sollte man Obst, auch aus dem Garten, immer gut waschen oder kochen", rät Michael Bergt.

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