Winterschwimmer: Ü 80 und nur bedingt kälteempfindlich

Sport ist gesund, auch und gerade im Alter. Darüber sind sich Siegfried und Renate Krisansky einig. Um fit zu bleiben begeben sich die Senioren zwei Mal in der Woche ins bis zu ein Grad kalte Wasser.

Glauchau.

Dass man auch im hohen Alter sportlich sein kann, beweisen Renate und Siegfried Krisansky aus Glauchau. Der 85-Jährige und die 83-Jährige sind begeisterte Winterschwimmer. "Seit über zehn Jahren sind wir dabei. Die Kälte ist besonders für die Gelenke und das Immunsystem gut", sagt Siegfried Krisansky.

Zwei Mal in der Woche begeben sich die hartgesottenen Sportler von Ende September bis Ende April in das bis zu ein Grad Celsius kalte Wasser im Stausee Oberwald. "Es kostet schon einiges an Überwindung, ins Wasser zu steigen. Das gute Gefühl stellt sich meist erst hinterher ein", sagt Siegfried Krisansky.

Aber auch im Sommer sind die Westsachsen am Stausee Oberwald anzutreffen. Dann am FKK-Strand. "Der Stausee ist seit Jahrzehnten wie unsere zweite Heimat. Früher waren wir mit unseren drei Kindern hier. Heute treffen wir in Oberwald immer viele Bekannte an", sagt Renate Krisansky.

Neben der Leidenschaft für das Winterschwimmen halten sich die Rentner außerdem an den Sportgeräten auf dem Voigtlaider Spielplatzes fit. "Als ich Probleme mit den Rücken bekam, habe ich beschlossen, dass ich etwas tun muss. Meinem Rücken geht es dadurch wesentlich besser", sagt Siegfried Krisansky. Zu der morgendlichen Routine der beiden gehört auch ein halber Liter Milch und ein Esslöffel Leinenöl. Trotz dessen sehen sich die Glauchauer nicht als Sport- oder Gesundheitsfanatiker. "Ein bewusstes Leben ist uns wichtig, aber allzu verbissen sehen wir das mit dem Sport und der gesunden Ernährung nicht. Beispielsweise kommt an mein Müsli immer ein Schuss Schlagsahne", sagt der Westsachse. Und seine Frau fügt hinzu: "Uns hat es einfach schon immer gefallen, wenn wir uns draußen bewegen konnten. Sei es bei der Gartenarbeit oder im Urlaub in den Alpen."

Kennengelernt haben sich der gebürtige Waldenburger und die Glauchauerin auf der Arbeit. "Ich habe damals als Weberin in der Palla gearbeitet. Mein Mann als Tischler. 1957 haben wir dann auf dem Glauchauer Standesamt geheiratet", sagt Renate Krisansky, die vor zwei Jahren gemeinsam mit ihrem Mann die Diamantene Hochzeit feierte. Im November kam der vierte Ur-Enkel zur Welt. Ob der Nachwuchs später in die musikalischen Fußstapfen von Siegfried Krisansky tritt, bleibt abzuwarten. "66 Jahre habe ich in verschiedenen Kapellen wie den Mülsener Musikanten und dem Posaunenchor der Glauchauer Baptistengemeinde Posaune gespielt. Die Musik hat mir stets viel Freude geschenkt", sagt der Senior.

Worauf es im Leben ankomme, darüber sind sich die lebensfrohen Glauchauer einig. Geld spiele dabei keine Rolle. "Wir mussten in unserem Leben schon mit wenig auskommen und waren trotzdem zufrieden. Wichtig ist für uns das gemeinschaftliche Miteinander", so das Ehepaar.

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