"Wir haben viel bewegt und den Finger in die Wunde gelegt"

Felix Beyer, der scheidende Chef des Glauchauer Jugendbeirates, über Erfolge und Misserfolge des Gremiums

Glauchau.

Die Legislaturperiode des Glauchauer Jugendbeirates endet in diesen Sommer. Für das beratende Gremium werden nun neue Mitstreiter aus der Stadt gesucht. Darüber, was der Jugendbeirat bislang erreicht hat, und welche Aufgaben er noch zu erledigen hat, sprach Stefan Stolp mit dem Vorsitzenden Felix Beyer.

Freie Presse: Herr Beyer, der Jugendbeirat sucht neue Mitstreiter. Warum sollen sich Jugendliche für Glauchau engagieren, wenn viele von ihnen später die Stadt ohnehin verlassen?


Felix Beyer: Es geht ja nicht um die persönlichen Belange der Jugendbeiräte, sondern um Interessenvertretung und Beteiligung. Das sind wichtige Bestandteile der Kommunalpolitik. Der Jugendbeirat will den jungen Leuten dabei helfen, ihr Wissen, ihre Kreativität und auch ihre Wünsche in die Gestaltung von Glauchau einfließen zu lassen. Es geht auch darum, etwas für die Jugendlichen auf die Beine zu stellen. Das alles haben wir in den letzten Jahren gemacht und wollen das fortsetzen, auch wenn nicht alles sofort klappt.

Nicht aufgegangen sind zum Beispiel die Ideen von Jugendlichen bei der Gestaltung des neuen Stadtteilparks an der Schlachthofstraße.

Richtig. Dem ersten Workshop zum Park Schlachthofstraße hätte unbedingt ein zweiter folgen müssen. Beim ersten Treffen sind zahlreiche Ideen für einen Mehrgenerationenpark gesammelt, ausgearbeitet und vorgestellt worden. Ein zweiter Termin hätte möglicherweise mehr Akzeptanz für die Pläne der Stadt, eine Art Erholungspark zu schaffen, erzielen können. Der Prozess hätte transparenter und nachvollziehbar gestaltet werden müssen.

Eine Lehre für den Jugendbeirat?

Kann man so sehen. In der Kommunalpolitik ist Transparenz wichtiger denn je.

Der Glauchauer Jugendbeirat hat sich mit der Spielplatzkonzeption auch für eine Jugendfläche in der Stadt ausgesprochen. Bislang hat auch das nicht funktioniert.

Da bleiben wir dran. Das ist eines unserer wichtigen Ziele, denke ich. Auch eine neue Graffitiwand wird nötig sein, weil ja mit dem geplanten Abriss des Fun-Parks die dortige Wand verschwinden wird.

Es gibt aber auch Projekte und Vorhaben, auf die die Jugendlichen durchaus stolz sein können.

Ja, zum Beispiel das School's- Out-Festival, das zum Stadtfest eine weitere Auflage erleben wird. Wir hatten im Jahr 2017 die Premiere, damals fiel der Beginn der Sommerferien und das Stadtfest auf ein Wochenende, deshalb der Name. Oder nehmen Sie unsere Einsätze beim Frühjahrsputz. Wir hatten die Gedenksteine für die Opfer des Naziregimes gesäubert und zweimal die Treppe vom Bahnhof zum Landratsamt von den wilden Schmierereien befreit. Beim ersten Mal bleib die Wand ein halbes Jahr weiß, diesmal leider nur drei Monate.

In diesem Jahr geht die Legislatur des Jugendbeirates zu Ende. Die neuen Mitglieder werden im Herbst im Stadtrat gewählt. Wer kann denn im Jugendbeirat mitmachen?

Die Interessenten müssen zwischen 14 und 27 Jahre alt sein und ihren Hauptwohnsitz in Glauchau haben. Darüber hinaus wäre es gut, wenn die Bewerber ein paar gute Ideen, eigene Vorstellungen und den Willen zum Verändern mitbringen.

Das ist oftmals sicherlich nicht leicht.

Das ist uns bewusst. Aber in den letzten Jahren haben wir viel bewegen können, und wenn es nötig war, den Finger in die Wunde gelegt.

Sie selbst sind noch Vorsitzender des Jugendbeirates. Da Sie in den Stadtrat gewählt wurden, müssen Sie den Vorsitz abgeben.

Das ist nicht schlimm. Ich will als Stadtrat im Jugendbeirat mitwirken. Er Jugendbeirat besteht ja aus zehn Jugendlichen und zwei Stadträten.

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