"Wir sind alle von einem Ernstfall ausgegangen"

Waldenburgs Ortswehrchef über einen Alarm, der das Können der Kameraden auf die Probe gestellt hat

Waldenburg.

Kai Kramer und seine Kollegen der Freiwilligen Feuerwehren in Waldenburg sind am Samstagvormittag zu einem Großeinsatz in den Ortsteil Franken ausgerückt. Vor Ort hat sich der Alarm als Simulation herausgestellt. Christian Meyer sprach mit ihm über den Einsatz.

Freie Presse: Am Samstagvormittag gab es ein großes Aufgebot von Rettungskräften in Franken. Was genau hat dort stattgefunden?

Kai Kramer: Bei dem Aufgebot am Samstag hat es sich um eine Jahresalarmübung gehandelt. Um 8.42 Uhr ging bei uns der Alarm ein, dass ein abgelegenes Stallgebäude in Franken in Brand steht und dass in diesem Zusammenhang Personen vermisst werden, wir es also vermutlich mit verletzten Menschen zu tun haben.

Das heißt, die beteiligten Feuerwehrleute wussten zum Zeitpunkt des Alarms und auch bei der Ankunft vor Ort nicht, dass das nur eine Übung ist?

Richtig, wir sind alle von einem Ernstfall ausgegangen. Die Gemeindewehrleitung hat das organisiert.

Wie oft findet eine solche Übung statt?

Einmal im Jahr. Aber wir wissen natürlich nicht, wann genau. Meist zum Jahresende oder im Herbst. Aber wie gesagt: Alle Kameraden sind am Samstag davon ausgegangen, dass das real ist.

Wer war an der Alarmübung alles beteiligt?

Die Ortswehren aus Waldenburg, Schlagwitz und Schwaben mit insgesamt 30 Einsatzkräften. Hinzu kamen noch Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes.

Und wie fällt die Bilanz des Einsatzes aus?

Gut. Es waren zehn Minuten nach Alarm bereits die ersten Feuerwehrleute mit Einsatzwagen in Franken. Um 10.30 Uhr war die Übung beendet. Wir haben bereits vor Ort erste Auswertungen vorgenommen. In Kürze werden dazu noch einige Zahlen und Daten nachgeliefert, die wir uns ansehen und dann Schlussfolgerungen treffen, wo etwas gut oder vielleicht auch weniger gut gelaufen ist.

Gab es einen Grund, dass die Übung ausgerechnet in Franken vorgenommen wurde?

Zum einen, weil Franken keine eigene Ortswehr hat und die anderen Wehren entsprechend den längsten Weg bis dorthin haben. Zum anderen, weil wir dort die Wasserentnahme aus dem Dorfteich mit üben konnten. Unsere Fahrzeuge können jeweils nur eine begrenzte Menge an Löschwasser mit sich führen und sind dann vor Ort auf andere Wasserstellen angewiesen. In Franken mussten erst Leitungen zum Teich gelegt werden.

Woher kamen eigentlich die Statisten, die die verletzten Personen darstellten?

Das waren die Kinder von Torsten Bäz aus der Wehrleitung. Der war in die ganze Aktion eingeweiht und hat seine Kinder dann dafür mit ins Boot geholt. Da er selbst in Franken wohnt, war das wohl auch ganz praktisch.

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