Wo es in Glauchau am meisten kracht

An sechs Stellen im Stadtgebiet lauern für Verkehrsteilnehmer besondere Unfallgefahren. Die Stadt hat erste Maßnahmen ergriffen und will weitere folgen lassen.

Glauchau.

Der Mopedfahrer hatte keine Chance, als er die Kreuzung befuhr. Er stieß mit einem Lkw zusammen und verstarb noch an der Unfallstelle. Laut Polizei hatte er das Stoppschild an der Kreuzung Meeraner Straße/Staatsstraße 288 in Glauchau-Höckendorf übersehen. Ein tragischer Unfall, der nicht der einzige an dieser Kreuzung bleiben sollte. Ab Ende Mai letzten Jahres krachte es an dieser Stelle plötzlich mehrfach schwer, und Glauchau diskutierte über die plötzliche Häufung von Kollisionen auf der Kreuzung.

Unfälle sind grundsätzlich ärgerlich, egal, ob leichter Blechschaden oder schwere Kollision. An verschiedenen Stellen im Glauchauer Stadtgebiet kracht es mehr oder weniger regelmäßig, und die vermeintlich gefährlichen Stellen sind häufig Stadtgespräch, wie eben jene Kreuzung in Höckendorf, die mit dem Neubau der S 288 entstanden war.

Die Stadt Glauchau hat eine Unfallkommission, die regelmäßig tagt. In dem Gremium arbeiten Vertreter des Rathauses, der Polizei sowie der Straßenbau- und Verkehrsbehörde zusammen. Im Ergebnis ihres Jahrestreffens hat die Kommission sechs Gefahrenstellen in Glauchau herausgearbeitet und Maßnahmen beschlossen, um der Unfallhäufigkeit zu begegnen.

Kreuzung Meeraner Straße/ S 288. Im Jahr 2018 gab es dort sieben Verkehrsunfälle mit einem Todesopfer und neun Verletzten. Die Stadt hatte nach der Unfallserie Sofortmaßnahmen ergriffen. Dazu gehörte, die Höchstgeschwindigkeit auf der S 288 auf 50 zu reduzieren, Sperrflächen zu markieren und dass Stoppschild an der Meeraner Straße aus Richtung Gesau zu versetzen. Außerdem kontrolliert die Stadt regelmäßig die Geschwindigkeit. Dennoch wird nach Ansicht der Stadt immer noch zu schnell an der Stelle gefahren. Deshalb prüfe die Stadt, ob ortsfeste Blitzanlagen aufgestellt werden können.

Kreuzung B 175 (Hochuferstraße)/Meeraner Straße. Dort gab es im vergangenen Jahr nach Angaben der Verkehrsunfallkommission sechs Unfälle, bei denen vier Personen verletzt wurden. Die Stadt Glauchau hatte daraufhin zur besseren Wahrnehmung ein zweites Stoppschild an der jeweils linken Straßenseite der B 175 aufgestellt. Wenn die Ampel nicht funktioniert, gilt für die Verkehrsteilnehmer auf der B175, anzuhalten und die Vorfahrt zu gewähren. Wie die Stadt mitteilt, prüft das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, die Straßendecke zu sanieren und möglicherweise die Vorfahrtsregelung zu ändern, bevor der geplante vierspurige Ausbau der Bundesstraße beginnt.

Kreuzung Wettinerstraße/Goetheweg. Die Zahl der Verletzten in Bezug auf die Häufigkeit der Unfälle ist recht hoch. 2018 gab es sechs Unfälle, dabei wurden neun Personen verletzt. Als Hauptursache gibt die Stadt Vorfahrtsfehler an. Als Sofortmaßnahme hat die Stadt Markierungen auf die Fahrbahn gebracht. Wenn das neue Pflegeheim an der Wettinerstraße in Betrieb geht, ist geplant, an dieser Stelle Tempo 30 anzuordnen.

Glauchauer Straße/Einmündung Elzenberg. Der sogenannte Brauereiberg gilt ebenfalls als Unfallgefahrenstelle. Vor allem das Gefälle und die scharfe Kurve bringen Probleme mit sich. Im Einmündungsbereich der Elzenbergstraße gab es letztes Jahr acht Unfälle, deren Ursache vor allem Straßenglätte durch Nässe war. Die Stadt hat nach eigenen Angaben nun geprüft, ob der Asphalt ausreichend griffig ist. Ergebnis: Die Werte reichen nicht aus, es werde untersucht, mit welchen Maßnahmen die Griffigkeit der Straßenoberfläche verbessert werden kann.

Lungwitzer Straße/Höhe Freibad. An dieser Stelle wird es für Autofahrer sehr eng, vor allem im Sommer, wenn das Sommerbad geöffnet hat. Neunmal hat es letztes Jahr dort gekracht. Dabei wurden meist im Vorbeifahren am Straßenrand parkende Fahrzeuge beschädigt. Die Stadt Glauchau hat angekündigt, mit dem Beginn der Freibadsaison 2020 die an dieser Stelle zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren. Darüber hinaus werde geprüft, wie die Parkflächen neu markiert und Ausweichstellen für fahrende Autos geschaffen werden können.

Kreuzung Schlachthofstraße/ August-Bebel-Straße. Bei sechs Verkehrsunfällen gab es 2018 drei Verletzte. Dabei gilt als Hauptunfallursache laut Stadtverwaltung die Missachtung des Gegenverkehrs beim Linksabbiegen. Die Stadt will nun mit der Signalbaufirma abstimmen, die Ampelschaltung so zu ändern, dass die Grünphase für Linksabbieger länger wird.

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