Wofür ein Musketier in Kenia kämpft

Das ostafrikanische Land wird von vielen Reisenden wegen seiner herrlichen Strände am Indischen Ozean und Nationalparks geschätzt. Doch der Zwickauer hat bei seinem Trip Wichtigeres im Blick.

Zwickau.

"Einer für alle, alle für einen" ist das Motto der drei Musketiere. Dem Leitspruch der Helden aus dem berühmten Roman von Ale-xandre Dumas fühlt sich auch Wolfgang Schönherr verpflichtet. Der Oberarzt in der Klinik für Handchi-rurgie und Rekonstruktive Mikrochirurgie des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau fliegt am Freitag nach Kenia, um dort am sogenannten Muskathlon teilzunehmen.

Der gebürtige Schmöllner war schon mal in Afrika - 2017 als Mediziner bei einem humanitären Projekt im Tschad. Diesmal will er für einen guten Zweck einen Marathon laufen. Das ist für ihn keine neue Erfahrung. "Ich laufe jedes Jahr den Berlin-Marathon", erzählt Schönherr, der natürlich weiß, dass Klima und Streckenbeschaffenheit anders sein werden. "Das ist am Mount Kenya auf 2000 Metern Höhe. Ich bin gespannt, wie der Körper darauf reagiert und wie ich zurechtkomme." Etwas Zeit zum Akklimatisieren bleibt, die Anreise erfolgt sechs Tage vor dem Lauf, bei dem es nicht um Zeiten und Platzierungen geht.


"Es geht darum, den Kreislauf von Armut, Krankheit und mangelnder Bildung zu durchbrechen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können - über Projekte, die Trinkwasserversorgung und Bildung unterstützen", berichtet der 64-Jährige, der seit 2014 in Zwickau arbeitet. Den Anstoß, seine Komfortzone zu verlassen, gab ihm der Kontakt zur Gruppe "Der vierte Musketier", einer in den Niederlanden gegründeten christlichen Bewegung, die mehrmals im Jahr "Charakterwochenenden" veranstaltet. "Da ist man 72 Stunden lang in der Natur mit zunächst fremden Leuten, die aber zu Teamkollegen und Freunden werden, indem man gemeinsam Anstrengungen bewältigt", erzählt Wolfgang Schönherr. Er war zweimal selbst dabei: 2017 im Vogtland und im November 2018 in Thüringen. "Das sind eindrucksvolle Erlebnisse, die einen an körperliche Grenzen bringen und offen machen für Fragen nach dem Sinn des Lebens. Ziel ist, dass man seine Verantwortung in der Familie und der Gesellschaft neu überdenkt."

In Zusammenarbeit mit dem christlichen Kinderhilfswerk "Compassion" organisiert "Der vierte Musketier" den Muskathlon. "Die Latte ist hochgehängt. Die Eintrittskarte kostet 10.000 Euro, die man durch Spenden einwerben soll", verrät der laufende Doktor, der wie seine Frau und ihre erwachsenen Kinder Patenkinder in Kenia unterstützen. Das Nichterreichen jener Marke ist kein Ausschlusskriterium. Es spornt aber zu außergewöhnlichem Einsatz an. "Im Januar habe ich mich angemeldet. Schritt für Schritt nähert man sich dem Ziel, sportlich wie finanziell. Das ist erstaunlich." Er hat in der Familie, bei Freunden und in seiner Kirchgemeinde gefragt. Inzwischen ist das Ziel übererfüllt: Auf seinem Spendenbarometer waren zu Wochenbeginn 10.450 Euro notiert.


Ultimative Herausforderung

Der Muskathlon ist eine ultimative Herausforderung für Frauen und Männer an einem extremen Ort, mit der jeder einen bedeutenden Beitrag im Kampf gegen Armut leisten kann. Die Teilnehmer können einen Marathon oder einen Halbmarathon laufen, 63 Kilometer Ultrawalk absolvieren oder 120 Kilometer Rad fahren.

(tc)www.muskathlon.com

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