Wohin geht es mit Waldenburg?

Die Politikverdrossenheit vieler Bürger merkt man auch in kleinen Kommunen wie Waldenburg. Um das zu ändern, gibt es nun eine Idee.

Waldenburg.

Ein erstes Zusammentreffen sei es gewesen. Mehr nicht. Aber es soll Folgen haben, und zwar weitreichende. In Waldenburg hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der langfristigen Entwicklung des Ortes auseinandersetzen will. Sie besteht aus rund einem Dutzend Personen. Stadträte sind vertreten, Mitglieder der Verwaltung, Personen aus dem Wirtschafts- und Kulturleben.

Die AG "Zukunft in Waldenburg" hat sich im Juni erstmals getroffen. "Die Initiative ging von einigen Stadträten aus", sagt Jörg Götze (Freie Wähler), der selbst im Stadtrat als stellvertretender Bürgermeister sitzt. Aus Sicht der Gruppe und auch kommunaler Gremien fehlt der Stadt ein Wegweiser, der Leitlinien sowie Arbeits- und Handlungsschwerpunkte für die Stadtentwicklung beinhaltet - und der von den Bürgern mitgetragen wird. So jedenfalls steht es in einem Papier, das aus dem Treffen im Juni entstanden ist und demnächst im Stadtboten veröffentlicht werden soll.

"Die Resonanz von Bürgern bei den Stadtratssitzungen ist oft ernüchternd", sagt Götze. Das könne er zum Teil auch verstehen. "Was viele wahrnehmen: Es gibt nur noch bürokratische Verordnungen, die von oben nach unten durchgereicht werden." Ohne Hintergrundwissen sei eine Ratssitzung eben auch nicht besonders attraktiv. "Das wirkt sich sicher auf die Besucherzahl vieler Sitzungen aus. Bei manchen Sitzungen wäre ich wohl auch nicht da, würde ich nicht im Stadtrat sitzen."

Doch eine Demokratie lebt von der Beteiligung der Bürger. Und die will man mit einbeziehen, wenn es um die Entwicklung der Stadt geht. Sieben Schwerpunkte hat sich die AG gesetzt. Eine der ersten Dinge, die die Waldenburger nun tun können: bewerten, welches Thema ihnen am wichtigsten ist. Die Prioritätenliste ist ein wichtiger Anhaltspunkt für die Stadt, etwa wenn wir entscheiden, wo bestimmte Investitionen getätigt werden müssen", sagt Götze.

Die Schwerpunkte sind: Wohnraum, Bildung und Erziehung, Tourismus/Kultur/Freizeit, Infrastruktur, Gewerbe, Nahversorgung sowie Gastronomie und Hotels. Ein Flyer, auf dem Bürger ihre "Lieblingsthemen" ankreuzen können, soll im nächsten Stadtboten liegen.

Moderiert worden ist das erste Zusammentreffen von Martin Blask, der für die Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung in Zschopau arbeitet und der Waldenburg gut kennt. "Ich bin aber rein als Privatperson in der Arbeitsgruppe", sagt Blask. Er sei von Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) gebeten worden, dem Treffen beizuwohnen.

Wie es damit weitergehe, das werden die kommenden Sitzungen zeigen. Die nächste ist für September geplant. Dann liegt auch die Auswertung zur Prioritätenliste der Bürger vor.

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