Zähes Ringen ums Meta-Werk-Gelände

Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet an der Dorotheenstraße in Zwickau sollte zügig geändert werden. Doch davon ist man weit entfernt.

Zwickau.

Es war im Frühjahr 2017, als das Unternehmen Meta-Werk den Bau einer Gewerbehalle an der Dorotheenstraße in Zwickau nach Protesten von Anwohnern stoppen musste. Der aus dem Jahr 1999 stammende Bebauungsplan gab den Kritikern recht. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) kündigte damals auf einem Stadtspaziergang in Pölbitz eine zügige Lösung an. Das dürfte etwas optimistisch gewesen sein.

"Es ist eine sehr schwierige Abwägung, sowohl den Interessen der Investoren als auch der Anwohner gerecht zu werden", sagte Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU). Meta-Werk hat die Interessenten inzwischen in Meerane untergebracht, hält jedoch an seinen Zwickauer Plänen fest. "Die Ansiedlung von Unternehmen wird von uns nach wie vor geplant", sagte Meta-Werk-Chef Michael Müller. Zudem werde das Areal für Erweiterungen von Firmen auf dem jetzigen Meta-Werk-Standort benötigt. "Durch das Vorhaben werden der bebaute Teil der Dorotheenstraße oder die Franz-Mehring-Straße nicht berührt", versicherte er. Auch der Verkehr werde die Anwohner nicht beeinträchtigen. Der werde über die Pölbitzer- oder die Schubertstraße in das Gebiet geführt.

Einer der Knackpunkte ist die bereits im ursprünglichen Plan enthaltene Erschließungsstraße, von der bis heute noch kein Meter gebaut wurde. Sie soll an der Schubertstraße beginnen und mitten im Gewerbegebiet enden. Das würde die Stadt gern ändern und die Trasse als öffentliche Straße in die Dorotheenstraße einmünden lassen. Im Gegenzug könne eine etwas höhere Schadstoffemission zugelassen werden, wie Köhler sagte. Michael Müller dazu: "Für die von uns verfolgten Ansiedlungen wird keine Erschließungsstraße, insbesondere keine öffentliche Straße benötigt". Die Straße könnte vielmehr Gewerbehallen im Weg liegen.

Ein Kompromiss wäre die Verlegung der Straße östlich der Bahngleise. Allerdings werden dazu Grundstücke von Dritten benötigt. "Bisher sind diese Eigentümer jedoch nicht zum Verkauf bereit", sagte Köhler. Ein weiteres Problem befindet sich im Untergrund. Unter dem Gelände verläuft der Pölbitzer Bach. Nach den wasserrechtlichen Bestimmungen muss dieser wieder offengelegt werden. "Teilweise ist das bereits erfolgt", sagte Kathrin Köhler. Außerdem, so die Baubürgermeisterin, soll durch eine Verlegung des Bachbettes eine größere zusammenhängende Gewerbefläche geschaffen werden. Das allerdings setzt im Normalfall ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren voraus. "Wir sind uns aber mit dem Landratsamt einig, dass möglichst das verkürzte Plangenehmigungsverfahren angewendet werden soll", sagte Köhler. Müller hält das für übertrieben: "Eine Bachverlegung fordern wir nicht." Außerdem: "Einige Planungsüberlegungen der Stadt Zwickau sind nicht unsere."

Wann das Areal bebaut werden kann, ist derzeit also vollkommen offen. "Die Frage können wir nicht beantworten", sagte Müller. "Uns ist kein belastbarer Zeitplan bekannt." Auch in der Verwaltung will man sich auf keinen Termin mehr festlegen. "Die nächsten Schritte im Verfahren sind die Vorbereitung der Umweltprüfung und die frühzeitige Bürgerbeteiligung", sagte Kathrin Köhler.

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