Züchter brennen für ihr Hobby

Mehr als 150 Teilnehmer stellen ihre Tiere am Wochenende in Dennheritz aus. Dabei gibt es eine Premiere.

Dennheritz.

Für die Vorbereitung auf eine Ausstellung wird bei Langohren weitaus mehr Zeit als bei Federtieren benötigt. "Bei Kaninchen müssen die Krallen geschnitten und das Fell gebürstet werden. Dagegen sind die Tauben eher anspruchslos. Ihnen reicht doch schon ein Wasserbad", sagt Jens Schulze. Der 45-Jährige, der im Meeraner Ortsteil Waldsachsen wohnt, zeigt bei der Kleintierausstellung am Wochenende in Dennheritz die Kaninchen der Rasse Rote Neuseeländer und die Tauben der Rasse Show Racer. Damit gehört der Landwirt zu den rund 20 Doppel-Ausstellern.

Die Begeisterung für die Tauben wurde bei Jens Schulze schon in der Kindheit geweckt. "Wir hatten als Kinder und Jugendliche mehr Zeit als die heutige Generation. Das habe ich mir erhalten", sagt Jens Schulze, der sich zudem seit vier Jahren der Zucht der Roten Neuseeländer widmet. Damals hat er die Zuchttiere von einem Vereinsmitglied, der das Hobby aufgeben wollte, übernommen. "Man kann durch die Ausstellungen und Zusammenkünfte im Verein immer etwas dazulernen", sagt er.

Der Kleintierzüchterverein aus Dennheritz, der 35 Mitglieder hat, sorgt am Wochenende für eine Premiere. Die Kreisschau der Rassegeflügel- und der Rassekaninchenzüchter aus dem Bereich des ehemaligen Landkreises Chemnitzer Land findet erstmals gemeinsam an einem Ort statt. Damit können am Samstag und Sonntag insgesamt 1170 Tiere den Besuchern präsentiert werden. Sie stammen von 80 Geflügel- und 75 Kaninchenzüchtern. "Die Vereine werden nur überleben können, wenn wir solche Ausstellungen zusammenlegen. Vielerorts fehlt bereits das Personal, um so große Veranstaltungen organisieren zu können", sagt Matthias Köhler, Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins aus Dennheritz. Er konnte sich am Mittwoch bei der Annahme der Tiere und am Donnerstag bei der Bewertung auch auf die Unterstützung von Helfern aus anderen Vereinen verlassen. Auffallend: Trotz des Wintereinbruchs haben alle angemeldeten Aussteller ihre Langohren und Federtiere pünktlich nach Dennheritz gebracht. Nur ein Teilnehmer musste aus gesundheitlichen Gründen passen. Köhler: "Das zeigt, wie die Leute für das Hobby brennen." Der Chef des gastgebenden Vereins hofft, dass sich die Besucher von der Begeisterung anstecken lassen. Er erwartet rund 1000 Gäste.

Kreisschau am Samstag von 8.30 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9.30 bis 15 Uhr in der Maschinenhalle an der Meeraner Straße in Dennheritz. Der Eintritt für Erwachsene kostet 2 Euro. Kinder haben freien Eintritt.


Zuchtrichter Uwe Dressel: "Das hat mit Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit zu tun"

Zu den Zuchtrichtern mit weiter Anreise gehört Uwe Dressel aus Muldenhammer. Holger Frenzel sprach mit dem 59-Jährigen.

Freie Presse: Sie haben sich am Donnerstagfrüh trotz der winterlichen Straßenverhältnisse auf den Weg von Muldenhammer nach Dennheritz gemacht. Wie lange waren Sie unterwegs?

Uwe Dressel: Rund zwei Stunden. Halb sechs ging es los, halb acht war ich in Dennheritz. Zu Hause lagen zwischen 70 und 80 Zentimeter Neuschnee. Da war vor allem das erste Teilstück schon abenteuerlich. Mit einem Allrad-Wagen und der nötigen Geduld kommt man aber an.

Haben Sie kurz überlegt, den Einsatz in Dennheritz aufgrund des Winterwetters abzusagen?

Nein. Das hat etwas mit Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit zu tun. Ich bin selbst Ausstellungsleiter und weiß, was am Einsatz der Zuchtrichter alles dranhängt. Für die Bewertung werden weitere Helfer bestellt. Danach müssen die Kataloge erstellt und gedruckt werden. Wenn Zuchtrichter ausfallen, verschiebt sich der ganze Zeitplan.

Wie bewerten Sie die Qualität der Rassekaninchen, die bei der Kreisschau gezeigt werden?

Es handelt sich um qualitativ hochwertige Tiere. Wir konnten oft die Prädikate vorzüglich und sehr gut vergeben. Allerdings gilt bei jeder Tierzucht: Es ist nicht alles Gold was glänzt.

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