Zugewachsener Dittrichbach stört Anwohner

Vor lauter Gestrüpp sieht man derzeit nicht einmal mehr das Wasser. Die Stadt verspricht, dagegen etwas zu unternehmen.

Meerane.

Wolfgang Schulze lebt seit 64 Jahren an der Waldenburger Straße in Meerane. Von seinem Grundstück aus hat er den Dittrichbach gut im Blick. Zuletzt allerdings nicht mehr: Denn das Bachbett ist so sehr zugewachsen, dass von dem Wasser derzeit nichts mehr zu sehen ist. "Auf dem feuchten Boden wächst das Gestrüpp sehr schnell", sagt Schulze.

Der Anwohner berichtet, dass das Ufer und der Bach in der Regel drei- bis viermal pro Jahr von dem Wildwuchs befreit werden. Die letzten Arbeiten fanden in diesem Frühjahr statt. Dafür war jahrelang der Abwasserzweckverband Götzenthal (AZV) verantwortlich. Schließlich landete neben dem Regenwasser auch Schmutzwasser in dem kleinen Bach.

Damit ist nun jedoch Schluss. Denn Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) hat seit 2015 das Großprojekt begonnen, die Meeraner Bäche zu renaturieren. Das heißt, dass zukünftig kein Abwasser mehr in den natürlichen Gewässern laufen soll, sondern über ein neues Kanalsystem direkt zu einer Kläranlage abgeleitet wird. Derzeit laufen die Bauarbeiten eines neuen Kanals im Rosental. Die Haushalte von der Talstraße, Waldenburger Straße, Friedhofstraße und das Rosental werden an den neuen Hauptsammler Dittrichbach angeschlossen.

Für die Pflege des Dittrichbachs ist demnach nicht mehr der AZV, sondern die Stadtverwaltung zuständig. Wolfgang Schulze war das bewusst, und er hat sich deshalb im Rathaus gemeldet. Anfang Juli seien dann Mitarbeiter des Umweltamtes bei ihm gewesen, um sich vor Ort einen Überblick über die Lage am Bach zu verschaffen. "Sie haben auch gleich erkannt, dass hier etwas gemacht werden muss", sagt Schulze. Nur wann die Uferarbeiten stattfinden sollen, weiß er nicht.

Auf Nachfrage der "Freien Presse" teilte die Stadtverwaltung nun mit, dass die Arbeiten für den kommenden Herbst und Winter geplant sind. "Es soll die vegetationsfreie Zeit für die Beräumung genutzt werden", hieß es aus dem Rathaus.

Schulzes Sorge bleibt damit vorerst bestehen. Er befürchtet, dass bei einem Starkregen das Wasser in dem zugewachsenen Bach nicht mehr abfließen kann. Dadurch könnten Überschwemmungen entstehen. Die hat es zuletzt 1954 auf seinem Grundstück gegeben.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...