Zum Ersten, zum Zweiten - Verkauft!

Mit Leidenschaft versteigert der Auktionator Michael Ulbricht Kunstwerke auf Benefizveranstaltungen. Seine nächste Auktion führt ihn aufs Schloss Forderglauchau.

Glauchau.

Marc Chagall, Max Klinger, Jouan Miro, Joseph Beuys - wie wäre es, ein Original dieser Künstler zu besitzen? Diese Gelegenheit bietet sich am 11. Mai während des ersten Kunstmarktes in Glauchau.

Im Rittersaal des Schlosses kommen mehr als 50 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken für einen guten Zweck unter den Hammer. "15 Prozent des Erlöses gehen an den Kunstverein", sagt der Leipziger Michael Ulbricht vom Buch- und Kunstantiquariat. Mit der Auktion tragen die Besucher dazu bei, dass der gemeinnützige Kunstverein "Art Gluchowe" unterstützt wird. Der Auktionator verspricht "einen unterhaltsamen Ausflug in die Kunstgeschichte", indem er detaillierte und interessante Informationen zu den einzelnen Werken und Schaffensmethoden erzählen wird.

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Mit seinen Benefiz-Auktionen ist Ulbricht seit mehr als 25 Jahren unterwegs. In jüngster Zeit war der Kunstkenner mit seinem Team vor allem in Sachsen, unter anderem im August-Horch-Museum in Zwickau und im Veranstaltungszentrum Kirche Franken in Waldenburg. Er kam aber auch schon Anfragen unter anderem von Hospizen, Kirchen und Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg nach.

Im Schloss Forderglauchau ist er nicht das erste Mal zu Gast. "Die erste Veranstaltung war erfolgreich. Die Zusammenarbeit mit dem Museum Hinterglauchau und dem Kunstverein war sehr gut. Deshalb wiederholen wir die Aktion." Die Kaufbereitschaft des Publikums in Glauchau schätzt er hoch ein. "Unsere Erfahrung ist, dass die zweite Auktion immer besser läuft", erzählt der 68-jährige Händler.

Es solle sich aber niemand von den großen Namen abschrecken lassen. Neben hochkarätiger Kunst international bekannter Künstler - beispielsweise Werke der Leipziger Schule, die ihm sehr am Herzen liegen - werde der Experte zusätzlich erschwingliche Kunst für den kleinen Geldbeutel im Gepäck haben. "Auch junge Sammler oder Spontaneinsteiger können bei uns fündig werden. Wir haben Grafiken, die ab 40Euro losgehen", so der Kunstliebhaber. Zudem kommen Kunstwerke ausgewählte Künstler der Region unter den Hammer.

Die meisten Werke namhafter Künstler stammen aus Privatsammlungen. "Manchmal wollen sich Sammler verkleinern, oder die Erben der Künstler können nicht viel mit den Kunstwerken anfangen. Dann geben sie mir den Auftrag, es meistbietend zu verkaufen", so Ulbricht. Der Fachmann sieht einen Kunstkauf auch als eine Sachwert-Investition. "Das Bild können Sie in die Schublade legen und zugucken, wie sich der Wert reziprok zu den Auto-Aktien entwickelt. Ein Kleid kann man überall nachkaufen, bei einem originalen Kunstwerk geht das nicht", so der Kunstkenner. Zudem sage Kunst auch immer etwas über den Besitzer aus. Der Fachmann ist selbst leidenschaftlicher Kunstsammler. "Das ist manchmal schwierig mit der Tatsache zu vereinbaren, dass ich gleichzeitig als Kunsthändler tätig bin."

2020 ist eine große Max-Klinger-Schau anlässlich des 100. Todestages des Künstlers in Leipzig geplant. Laut dem Kenner werden die Werke des bekannten deutschen Malers dann an Wert steigen. Zur Kunstauktion gibt es die Möglichkeit, seine Bilder noch zu einem angemessenen Preis zu erwerben.

Der Umsatz ist für Ulbricht zwar wichtig, aber nicht alles. Er freut sich auf einen schönen Kunst-Sonntag in entspannter Atmosphäre.

Wer übrigens selbst Kunstwerke sein Eigen nennt und gern wissen möchte, welchen Wert diese haben, kann Bilder und Grafiken des 20. und 21. Jahrhunderts bis eine Stunde vor Auktionsbeginn von Ulbricht schätzen lassen.

Der erste Kunstmarkt findet am 11.Mai von 11 bis 17 Uhr im Schlosshof in Glauchau statt. Die Auktion beginnt dem Veranstalter zufolge um 15 Uhr.

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