Zwei können es nicht lassen

Stephanie Schnabel und Frithjof Herrmann öffnen am Samstag ihre Ateliers und hoffen auf viele Gespräche. Eine Frage mögen sie allerdings gar nicht.

Oberwiera/Niederwiera.

Nur etwa 15 Minuten braucht man zu Fuß vom Atelier von Frithjof Herrmann in Niederwiera zu dem von Stephanie Schnabel in Oberwiera. Die beiden verbindet seit Ende der 1980er-Jahre eine Künstlerfreundschaft - und das nicht nur wegen der räumlichen Nähe. "Wir tauschen uns aus", sagt Herrmann. "Und wir sagen uns die Meinung." Er selbst sei spontaner bei der Kritik. "Wenn da ein neues Bild steht, sage ich, was ich davon halte, was mir gefällt oder nicht."

Stephanie Schnabel nickt und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Wir haben allerdings auch zwei unterschiedliche Handschriften", sagt sie. Was das konkret heißt, können Besucher am Samstag erleben. Dann öffnen die beiden ihre Räume zum Tag des offenen Ateliers.


Wer sich mit den zwei Künstlern über ihre Werke unterhält, kommt schnell ins Gespräch. Über Urlaubseindrücke in Italien und Jordanien, die ersten Auftragsarbeiten oder auch bedrückende Themen wie die Katastrophe von Tschernobyl. Schnabel malt bereits seit ihrer Kindheit. Herrmann ist 1962 dazu gekommen. "Seitdem kann ich es nicht lassen", sagt er.

Gespräche über die Kunst und das Leben - das ist auch ihr Anliegen beim Ateliertag. "Es kamen in den vergangenen Jahren zum Teil um die 100 Leute", sagt Schnabel. Aber die Zahl sei nicht entscheidend. Frithjof: "Mich interessiert etwa, woher die Leute kommen." Eine Frage, die immer wieder gestellt werde: Wie lange brauchen sie für so ein Bild? "Die Frage hasse ich", sagt Frithjof. Kunst sei keine Akkordarbeit. Wie viele Stunden oder Tage sie brauchen, könnten sie ohnehin nicht sagen. "Ich male gern nachts, bei Musik oder einem Glas Wein", sagt Schnabel. "Da ist die Zeit völlig egal."www.kunstoffeninsachsen.de


Diese Künstler öffnen ihre kreativen Räume

Silvio Ukat, AtelierAlter Schlachthof, Kantstraße 11 in Glauchau, Sonntag 10 bis 18 Uhr (Plastik)

Karin Gentsch-Geist, Dorfstraße 16A in Göpfersdorf, Samstag, Sonntag 10 bis 18 Uhr (Keramik)

Stephanie Schnabel, Holzhäuser 22 in Oberwiera, Samstag 10 bis 18 Uhr (Ölmalerei, Aquarell, Pastell, Acryl, Holzschnitt)

Frithjof Herrmann, Kunstscheune an der Bachstraße 3 in Niederwiera, Samstag 10 bis 18 Uhr (Malerei, Grafik, Keramik, Porzellan)

Günter Brauer, Daetz-Centrum Lichtenstein, Schlossallee 2, Samstag/Sonntag 10 bis 18 Uhr Ausstellung mit befreundeten Künstlern (Holzkunst, Fotoshooting auf Wunsch)

René Lämmel, Daetz-Centrum Lichtenstein, Sonntag/Montag 10 bis 18 Uhr (Kalligraphie)

Christiane Kleinhempel, Daetz-Centrum Lichtenstein, Sonntag/Montag 10 bis 18 Uhr (Kalligrafie, Schriftkunst, Grafik)

Jana Gutte, Bräunsdorfer Straße 1a in Langenchursdorf, Sonntag/Montag 10 bis 18 Uhr (Malerei, Mitmachaktionen)

Ute Schlicke, Waldenburger Straße 113 in Langenchursdorf, Sonntag/Montag 10 bis 18 Uhr (Naturkeramik, Naturschmuck aus Keramik und Holz)

Siegfried Otto Hüttengrund, Paul-Greifzu-Straße 19 in Hohenstein-Ernstthal, Sonntag 10 bis 18 Uhr (Malerei, Plastik, Skulptur, Grafik)

Irmi Taubert, Dorfstraße 22 in Meinsdorf, Sonntag 10 bis 18 Uhr (Plastik, Skulptur, Schmuck, Keramik)

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