Zwischen Brückenbau und Graffiti-Projekt

Die Organisatoren des Aktionstages zum Städtebau in Glauchau und Meerane mussten sich dick anziehen. Trotz Kälte und Nässe machten sich einige Bürger auf den Weg.

Glauchau/Meerane.

Da war selbst Elke Wagner überrascht. Trotz strömenden Regens schauten am Samstagvormittag mehr als 20 Bürger am Glauchauer Schlossvorplatz vorbei, um sich anlässlich des Aktionstages zur Städtebauförderung über die aktuellen Bauprojekte zu informieren. "Es werden gezielte Fragen gestellt", so die Rathausmitarbeiterin, die sich zur Verstärkung Planer René Stoll vom gleichnamigen Ingenieurbüro holte. Der Experte überwacht die Erneuerung der 47 Meter langen und am tiefsten Punkt 10,50 Meter hohen Hirschgrabenbrücke.

Die Stadt Glauchau beteiligt sich nicht zum ersten Mal an dem bundesweiten Tag der Städtebauförderung, "der die Öffentlichkeit auf zukunftsfähige Projekte innerhalb der städtischen Strukturen aufmerksam machen will". Wagner zufolge lässt sich das aktuell sehr gut am Beispiel der Schlossanlage und deren Umfeld darstellen. Aufgrund der Lage im Fördergebiet "Stadtkern und Lange Vorstadt" könne die Stadt seit 2016 in dem Bereich Fördergeld aus dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" einsetzen. Nach der Gestaltung des Schlossplatzes, der insgesamt 800.000 Euro verschlungen hat, soll nun bis voraussichtlich November die marode Hirschgrabenbrücke, die das Schlossareal mit dem Weg zur Straße Heinrichshof verbindet, fertiggestellt werden. Gesamtkosten: 1,5 Millionen Euro - bei 80-prozentiger Förderung.


So werden Planer Stoll zufolge an dem ebenso als Hirschgrundbrücke bekannten Bauwerk 35 Tonnen Baustahl, 210 Kubikmeter Beton und 360 Kubikmeter Porenleichtbeton verarbeitet. Zudem einigte sich die Stadt mit der Denkmalschutzbehörde darauf, die mittleren Brückenbögen neu zu bauen. "Die äußeren Bögen sind aber noch gut erhalten", so der Planer, der noch erwähnt, dass die Kommune an einem Lichtkonzept arbeitet, um das Bauwerk für die Gäste des Schlossareals in Szene zu setzen. Dass diese Brücke überhaupt jetzt saniert wird, ist nicht zuletzt dem Verein "Attraktives Glauchau" zu verdanken, der sich bereits 2012 für das Vorhaben stark machte. Dessen Vorstandsmitglied Kathleen Scheurer hatte sich ebenso zum Info-Treff am Schloss auf den Weg gemacht: "Das Bauprojekt ist für uns wichtig. So können wir neue Touristen anlocken", sagt die 42-Jährige.

Ähnliche Ambitionen verfolgt der Meeraner Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos), der an dem Vormittag mit seinen Mitarbeitern am umgestalteten Bahngelände mit einigen Bürgern ins Gespräch kam. Nicht ohne Grund: Die Stadt hat aus der einstigen Holperpiste am Bahndamm ein schönes Fleckchen Erde gemacht, das nicht nur zum Verweilen einlädt. Das Areal ist in den vergangenen Tagen zu einem echten Hingucker geworden. Wie Bauamtsleiterin Birgit Jantsch erklärt, sind unter der Regie von Graffiti-Künstler Markus Esche "einzigartige Bilder von der Stadt und zur Geschichte der Bahn" an die dortigen Brückenpfeiler gezaubert worden. Daher hatte die Stadtverwaltung ihren Aktionstag auch unter dem Titel "Kunst trifft Städtebau" angekündigt. Meerane nimmt seit Bestehen des bundesweiten Aktionstages teil. "Angefangen haben wir mit einem Stadtrundgang, der durchs Böhmerviertel führte", so Ungerer.

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