500 Mimen zeigen 775 Jahre Geschichte

Drei Tage lang haben die Callenberger ihr Ortsjubiläum gefeiert. Mit dem Festumzug zog der kleine Ort am Sonntag noch einmal alle Register.

Callenberg.

Es schien, als hätte sich die Einwohnerzahl des Ortsteils verzehnfacht. Am Sonntag um punkt 12.44 Uhr - in Anlehnung an das ursprünglich angenommene Jahr 1244 der Ersterwähnung - verstummte das Geläut der Callenberger St.-Katharinen-Kirche. Für den Festumzug an der Nordstraße das Zeichen, sich in Bewegung zu setzen. "775 Jahre Callenberg" auf den Straßen, die unzählige Schaulustige säumten.

Im Tross der 500 Mitwirkenden auch Familie Kutzner. "Wir stellen die Besiedlung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts dar. Wir sind schon immer Bauern, das passt total gut zu uns", erklärte Familienoberhaupt Marion Kutzner. Die 63-Jährige trommelte alles zusammen, was zum Kutzner-Clan gehört. "Auch die, die nicht mehr hier wohnen, machen mit", sagte sie lachend. 15 Enkel im Alter von vier Monaten bis 14 Jahren und sieben Erwachsene schlüpften in die Siedler-Kluft. Die alte Sackkarre für bäuerliche Utensilien wie Dreschflegel, Holzrechen, und Käfige für Huhn und Kanin borgte sich Jürgen Kutzner von seinem Bruder, der so etwas noch auf seinem Bauernhof in Bernsdorf stehen hatte. Zielsicher bugsierte er den Karren durch die Zuschauermengen zum Festplatz nahe der B 173. Eigentlich wollten einige Siedler vom Wagen eines Planwagens winken. "Das war die einzige Panne. Ausgerechnet das Pferd, das den Wagen ziehen sollte, hat sich die Sehne verletzt." So zogen Anne Kutzner, Melanie Heinzig und Teresa Walter eben kleine Handwagen.

Fürs Gesundheitswesen der DDR ging eine Truppe in die Spur, bei der sich die heute 70-jährige Doris Lenz quasi selbst spielte. "Ich war viele Jahre die Landschwester im Ort." An ihrer Seite der einstige Landarzt Alfred Dittmann. Ihn mimte mit Nils Görner ein direkter Nachfahre des Doktors. "Der sieht tatsächlich so aus wie der Alfred", sagte Schwester Doris. In die Rolle der legendären Callenberger Hebamme Hedwig Zobelt schlüpfte Franziska Fritzsche: "Sie war tatsächlich meine Uroma."

Dem Höhepunkt des Festes gingen zwei Tage Party mit Musik, Spielen und viel Gaudi voraus. Bereits am Sonnabend zog der traditionelle Wettkampf der Ortsfeuerwehren jede Menge Schaulustige an. Dabei geht es richtig zur Sache. Den Wanderpokal des Bürgermeisters konnte bisher nur die FFW Langenchursdorf mit drei Siegen in Folge für die Ewigkeit ins Feuerwehrhaus im Tal der Liebe holen. Der neue "Florian" wandert nun seit Jahren. Je vier Jugend- und Erwachsenen-Teams traten an. Im Vorjahr zeigten die Callenberger den schnellsten Löschangriff. Auch diesmal huschte dem Trainer des Callenberger Sechsers, Jörg Schrepel, ein zufriedenes Grinsen übers Gesicht. Seine Truppe kratzte beim Löschangriff sogar an der 40-Sekunden-Marke. Größte Chancen, dem Hausherren die Show zu stehlen, hatten die Langenchursdorfer. Doch der Maschinist landete auf dem Hintern und eine Kupplung fiel vom Verteiler ab - aus und vorbei.

Ein feuchter Job erwartete Bürgermeister Daniel Röthig (CDU). Ortsvorsteher Björn Wetzel hatte einen Kasten Bier für jene Truppe ausgelobt, die Röthig im Bottich versenkt. Die Langenchursdorfer packten beherzt zu. Röthig nahm es mit Humor, wechselte die Garderobe und stand getrocknet und frisch aufgebügelt zur Siegerehrung wieder gut gelaunt im Festzelt.

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