60.000 LEDs funkeln am Weihnachtshaus

Neun Wochen intensives Bauen und Basteln - jetzt leuchtet und glitzert es wieder am sensationellen Weihnachtshaus. Ein 18-Jähriger lockt damit Tausende Besucher nach Kuhschnappel.

Kuhschnappel.

Stück für Stück schaltet Piet Ahnert die Stromkreise zu - Probelauf für das Anleuchten zum ersten Advent. Rund 60.000 LEDs entfalten sich im Garten des Grundstücks Ernst-Schneller-Straße 73 in Kuhschnappel zu einem gewaltigen Lichtermeer. Nach wenigen Minuten bäumt sich mittendrin ein sechs Meter hoher Weihnachtsmann auf. "Der ist neu", sagt der 18-jährige Weihnachtsfreak. Auch die 4,50 Meter hohe Tanne mit den vielen leuchtenden Kugeln und Sternen ist ein Neuling. "Und vor allem echt", erklärt Piet Ahnert. Für den Nadelbaum, den ein Freund gesponsert hat, musste er im Garten extra eine Hülse zum Verankern im Boden eingraben.

"Du musst ja den Leuten immer etwas Neues bieten", sagt Piet Ahnert. Ideen hat er, setzt sie auch um. "In diesem Jahr wird zum Beispiel ein Schneemann halbstündlich Schnee spucken", sagt der Bastler. 13 Pinguine leuchten in lila und weiß. Elche, Rentiere, zwei Engel, weihnachtlich rote Straßenlaternen, Sterne und Eisbären spenden Licht, ebenso mehrere Hundert Meter Lichterketten, die jeden Hintergrund überdecken.

Am 28. September war Baustart. "Aber er hat schon vorher gedrängelt, dass ich die Flächen beräume", sagt Oma Christine lachend. Das Wasserfass und die großen Kübelpflanzen müssen im Herbst weichen, damit Enkel Piet die Figuren am Dachrand der Garage platzieren kann. Wochen später sieht das Gartenhäuschen wie ein leuchtendes Lebkuchenhaus aus. Darin befindet sich für die nächsten fünf Wochen die Stromversorgungszentrale. Hier sind 250 Steckdosen und die Steuerungstechnik verstaut, die das Weihnachtswunderland mit Elektrizität versorgen. Dass die weihnachtliche Traumkulisse manchem erzgebirgischem Traditionalisten aufstößt, weil sie so knallbunt ist, flackert und glitzert, weiß Piet Ahnert. "Manche finden es amimäßig kitschig, hätten lieber alles in erzgebirgischem Weiß. Aber wem es nicht gefällt, der muss es auch nicht anschauen", sieht er Kritik gelassen. "Da gibt es auch mal unerfreuliche Facebook-Kommentare, aber auf die reagiere ich gar nicht erst." Der junge Bastler hat jedenfalls seine Freude an dem aufwendigen Hobby. Und offensichtlich viele andere auch. "Sonst hätte ich nicht an den Wochenendtagen hier manchmal 300 Besucher", sagt er. Einziges Problem: Die parken dann auch mal die Straßenränder zu oder verirren sich im Dunkeln aufs Nachbargrundstück.

Vor zehn Jahren hat sich Piet mit dem Weihnachtsvirus infiziert. Damals schenkte ihm sein Opa eine Lichterkette. Bei der einen blieb es nicht. Heute füllen unzählige Kartons zehn Monate lang den Boden der Garage bis zum scharfen Start im September. Die Kreativität, die er beim Basteln entfaltet, soll ihm später im Beruf zugute kommen. Er hat eine Lehre zum Sozialassistenten begonnnen, will danach die Ausbildung zum Erzieher anschließen.

Das Anleuchten ist am Sonntag, 18 Uhr. Von da an ist das Kuhschnappeler Weihnachts-Wunderland täglich von 16.30 bis 23 Uhr zu bestaunen. Am 6. Januar ist Schluss.

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