70 Jahre Autogeschichte

180 Klassiker rollen beim längsten sächsischen Automobilmuseum ab Donnerstag über die Straßen. Zwischen Zwickau, Karlsbad, Mittelsachsen und dem Erzgebirge absolvieren auch viele Prominente die insgesamt 584 Kilometer.

Zwickau.

Gut 70 Jahre Automobilgeschichte vereint die am Donnerstag beginnende Sachsen Classic. Zwischen einem Buick Standard Six (Baujahr 1926) und dem BMW Z3 Roadster aus dem Jahr 1997 liegen nicht nur 71 Jahre, sondern auch eine spannende weltweite Mobilitätsentwicklung. Neben Vorkriegsautos wie Alvis, Invicta, Packard oder Talbot fahren zudem robuste Alltagsmodelle, die früher in Ost und West als Familienkutschen dienten wie VW Käfer, Trabant, Wartburg, oder Skoda Oktavia sowie Luxuskarossen wie elegante Mercedes, Maserati oder Jaguar.

Eröffnet wird die Tour auf dem Hauptmarkt in Zwickau durch vier in Zwickau gebaute Horch-Modelle aus den 1930er-Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war Zwickau Hochburg deutscher Luxuswagen. Stammgast der Tour ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Carl Hahn. Er fährt einen 160 PS starken VW Passat Variant G60 aus dem Jahr 1996.

Sachsen-Classic-Fan ist auch Hans J. Naumann, Chef des Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauers Niles-Simmons. Dieses Mal sitzt er in einem Horch 853 Cabriolet von 1937. Und der ehemalige Audi-Chef Franz Josef Paefgen absolviert die Rallye in einem Horch 830 BL, Baujahr 1938. Mit einer weiteren VW-Legende startet Thomas Reiche vom Dresdner Kreuzchor. Der Marketingleiter fährt einen VW-Bus vom Typ T2 a/b (Baujahr 1972). Viele Teilnehmer schwärmen von der Atmosphäre. "Am Straßenrand stehen oder sitzen die Menschen und winken. Das gibt es nicht oft bei solchen Touren", sagte Dirk Johae vom Veranstalter Motor Presse Stuttgart.

Für das Team von Skoda Auto treten der siebenmalige deutsche Rallyemeister Matthias Kahle und sein Stammbeifahrer Peter Göbel in einem Skoda 130 RS von 1976 an. Bei der Sachsen Classic tauschen die beiden ihre Rollen: Der aus Görlitz stammende Kahle nimmt auf dem Beifahrersitz Platz, Göbel wechselt auf die Fahrerseite.

Insgesamt absolvieren die Teilnehmer zwischen Zwickau, Karlsbad, Mittelsachsen und dem Erzgebirge 584 Kilometer. "Es ist allerdings nicht ohne, ein altes Auto 600 Kilometer zu bewegen", meinte Johae. "Diese Strecke fordert nicht nur die Autos technisch, sondern auch die Fahrer körperlich."

Bei der 16. Auflage der Sachsen Classic sind sich die Veranstalter der bereits einige Zeit dauernden Turbulenzen in der Automobilindustrie sowie der künftigen Neuorientierung bei der Antriebstechnik bewusst. "Man kann die Zukunft aber nicht gestalten, wenn man die Vergangenheit nicht versteht", sagte Johae. Diesen Fokus hat auch die Westsächsische Hochschule Zwickau mit ihren Fakultäten Automobil- und Maschinenbau sowie Kraftfahrzeugtechnik. "Wir werden künftig die Mobilität in allen Facetten bespielen", sagte Kanzler Ralf Steiner.


Am Donnerstag rollt der Tross im Landkreis Zwickau

Am ersten Tag fahren historische Motorräder den Fahrzeugen voraus. Sie starten am Donnerstag um 10 Uhr auf dem Hauptmarkt in Zwickau, die Autos ab 11.30 Uhr.

Start für die 101 Kilometer lange erste Etappe ist um 12.01 Uhr auf dem Hauptmarkt in Zwickau. Eine erste Herausforderung wird gegen 12.30 Uhr die Steile Wand von Meerane. Die Teilnehmer passieren außerdem an diesem Tag Waldenburg (12.55 Uhr), absolvieren auf dem Sachsenring den Kurs des Moto-GP (gegen 14 Uhr) und kommen circa 14.35 am Daetz-Centrum in Lichtenstein vorbei.

Die zweite Etappe beginnt am Freitag um 8.01 Uhr auf dem Hauptmarkt. Sie führt ins tschechische Karlsbad und zurück nach Zwickau.

Im Mittelpunkt des letzten Tages stehen Mittelsachsen und das Erzgebirge. Zieleinlauf soll ab 15.45 Uhr im Zentrum von Chemnitz sein. (na)

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