72 Bäume im FSO-Park gefällt

Nach dem Kahlschlag in Oberlungwitz hat die Landschaftsarchitektin das 660.000-Euro-Projekt verteidigt. Das Gelände soll ein schmuckes Kleinod werden.

Oberlungwitz.

Wo sich in Oberlungwitz bis vor Kurzem noch ein kleiner innerstädtischer Wald befand, der sich in den vergangenen Jahren im FSO-Park entwickelt hat, sieht es jetzt ziemlich kahl aus. Nur am Rand und ganz vereinzelt an einigen anderen Stellen stehen noch größere Bäume. Bald soll hier laut Stadtverwaltung ein schön gestalteter Stadtpark entstehen.

Dafür mussten in der vergangenen Woche insgesamt 72 größere Bäume weichen. Die Baumfällaktion hatte bereits im Vorfeld für viel Kritik gesorgt. Auch im Stadtrat wurde über das Thema debattiert. Jetzt war die Landschaftsarchitektin Monika Schramm noch einmal vor Ort und erklärte das Projekt, das sie im Auftrag der Stadtverwaltung umsetzt. Sie spricht von geschwungenen Wegen, Grünflächen, einen Aktivbereich und vielfältigen Bepflanzungen. "Bisher war hier viel Wildwuchs. Die Bäume, die es wert sind, bleiben stehen", sagte sie. Einige der gefällten Bäume seien krank gewesen. Andere wären zu dicht aneinander gewachsen und hätten damit keine Überlebenschance gehabt. Aber es mussten auch einige der gesunden Bäume für geplante, neue Wege weichen, gibt Monika Schramm zu.

Aber im kommenden Jahr sollen auch neue Bäume gepflanzt werden, so die Landschaftsarchitektin. Die Rede ist von 14 größeren Bäumen und 154 kleineren Solitärgehölzen. Außerdem sind in dem 10.000-Quadratmeter-Gelände Rhododendron- und Rosenreihen geplant. Die Wege in dem neuen Park sollen asphaltiert werden. Damit sei eine bessere Pflege der Anlage notwendig. Auch Passanten mit Rollstuhl oder Kinderwagen könnten den Park dann besser nutzen. Offenbar spielten bei der Planung praktische Aspekte eine größere Rolle als der Naturschutz.

Die maroden Holzhäuschen und die alte Freilichtbühne sollen weg, ebenso der Zaun an der Robert-Koch-Straße. Im Herbst des kommenden Jahres soll alles fertig sein. Es ist ein großes Projekt: Die Kosten belaufen sich auf 660.000 Euro. Zwei Drittel werden gefördert.

Es gibt aber einige in der Stadt, die dieses Projekt nach wie vor sehr kritisch sehen. Einer von ihnen ist der CDU-Stadtrat Roland Neubert. Er sagte am Mittwoch zur "Freien Presse": "Das ist für mich nicht nachvollziehbar - gerade in Zeiten, in denen der Klimawandel immer mehr zum Thema wird." Ein derartiger Kahlschlag, wie er hier stattgefunden habe, sei aus den Plänen nicht hervorgegangen und außerdem auch nicht notwendig. Bürgermeister Thomas Hetzel (parteilos) indes weist daraufhin, dass alles rechtmäßig verlaufen sei und es die vorgeschriebenen Ausgleichspflanzungen geben wird. Er sagte: "Man sollte s einem Projekt eine Chance geben."

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8Kommentare
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    1
    aussaugerges
    07.12.2018

    In Brasilien wird erwogen den Regenwald abzuholzen um Europa mit Soja zu versorgen.
    Toll ! ! !

  • 2
    2
    Franziskamarcus
    06.12.2018

    @aussaugerges, das die Zwickauer Mulde durch Schönfels geht, ist mir neu. Seit heute etwa?

  • 6
    1
    Freigeist14
    06.12.2018

    Was der Frevel an Baumbestand in der Gegenwart mit einer Agitation über die böse DDR zu tun hat wird wohl das Geheimnis der "Aufbearbeiter" der Vergangenheit bleiben . Wenn die Argumente schwinden kann man immer die DDR aus dem Hut zaubern . Diese Masche funktioniert seit 29 Jahren .

  • 6
    2
    acals
    06.12.2018

    Besser als berichten ist persoenlich inspizieren. Nachdem die menschen- und umweltverachtende DDR und CSSR soviel SO2-haltige Abluft ausgestossen haben um damit selbst Eingang in internationale Fachbuecher zur Chemiestudentenausbildung zu erhalten, und um auf dem Kamm des Erzgebirges (Satzung) fuer kahle Nadelbaeume gesorgt zu haben - ist es doch erfreulich das berichtet werden kann das die Re-naturierung dieser landstriche erfolgreich war und heute wieder gruener Wald dort steht.

  • 2
    6
    aussaugerges
    06.12.2018

    Da gibt es sehr viele z.B im schwarzen Holz in Plauen oder an der Zwickauer Mulde in Schönfels.
    Die fürchten eben öffentlich aufzutreten.
    Auch oben im Erzgebirge wurde mal von solchen Leuten berichtet die alles im Naturschutzgebiet abgeholzt haben.

  • 5
    1
    Distelblüte
    06.12.2018

    @aussaugerges: Landadel? Barone? An wen denken Sie da?

  • 6
    7
    aussaugerges
    06.12.2018

    Seit es die DDR nicht mehr gibt sind Millionen Bäume gefällt worden.
    Der Landadel und die Barone haben damit MILLIARDEN gescheffelt.

    Deshalb ist der Klimawandel.

  • 8
    2
    Tauchsieder
    06.12.2018

    Dem Projekt eine Chance geben, der Natur nicht. Ohne Hirn und Verstand!



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