Ach, du dickes Ei!

Bis Ostern sind es zwar noch ein paar Wochen, aber in Lichtenstein wurde bereits ein besonderes Ei präsentiert. Das Innenleben ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber dafür filigrane Kunst.

Lichtenstein.

Mit seinen Werken hat Holzkünstler Danny Reinhold aus Lichtenstein schon oft für Gesprächsstoff gesorgt. Denn immer wieder setzt er besondere Ideen um, oftmals mit ungewöhnlich gewachsenem Holz. Nun hat der 45-Jährige ein Holz-Ei vorgestellt, das eine Hommage an die legendären Fabergé-Eier sein soll, die vor mehr als 100Jahren in St. Petersburg für das russische Zarenhaus aus Gold und Edelsteinen gefertigt wurden. Nur das letzte Ei, das 1917 in Zeiten großer Not entstand, wurde aus Birkenmasernknollenholz gefertigt. Heute sind die Fabergé-Eier zweistellige Millionenbeträge wert, denn es entstanden nur 50 unterschiedliche Exemplare. Davon existieren noch 43, der Verbleib der anderen ist ungeklärt. Danny Reinhold nennt sein Ei "Nr. 51 - Hommage an Carl Fabergé" und will es nicht hergeben. "Es ist unverkäuflich, da müsste schon ein Oligarch kommen und 250.000 Euro auf den Tisch legen", sagt er lachend. Vielleicht würde er auch bei einem niedrigeren Betrag schwach, doch das ist Spekulation.

Insgesamt hat er mal mehr, mal weniger intensiv rund zwei Jahre an dem 51 Zentimeter hohen Ei mit 37 Zentimeter Durchmesser gearbeitet, oftmals parallel zu anderen Werken. Wie viele hundert Arbeitsstunden drin stecken, wurde nicht dokumentiert. Der Laie unterschätzt die Details des Eies zunächst. "Insgesamt hat es mehr als 4000 Teile", erklärt Danny Reinhold, der zunächst einen Zylinder aus Fichtenholz geklebt hat und dann zu einem Ei drechselte. Doch dann ging die Arbeit erst richtig los. Besondere Furniere aus Ahornmasernknollenholz wurden aufgebracht, genauso schwarzes Eukalyptus-Furnier und Robinienhölzer. Unzählige Details und Verzierungen entstanden, allesamt mit viel Handarbeit.


Doch das ist längst nicht alles, denn das Ei hat auch ein interessantes Innenleben. Ist das Ei geöffnet, gibt es im oberen Teil der "Schale" ein Geheimfach, das mit einem Drehmechanismus geöffnet wird. Im unteren Teil versteckt sich ein weiterer Zylinder, der herausgenommen und geöffnet werden kann. In ihm versteckt sich wiederum ein kleiner Blumenkorb, der aus Kambala-Holz geschnitzt wurde. Viel komplizierter sind die Blumen. "Der Strauß besteht alleine aus mehr als 1100 Teilen. Die 76 Blüten habe ich aus Hobelspänen angefertigt", erläutert der Lichtensteiner. Da 15 verschiedene Holzarten, teils mit besondere Maserung zum Einsatz kamen, sehen die Blüten ganz unterschiedlich aus. Ihre Farben sind natürlich, denn das Holz wurde nicht gebeizt, sondern nur mit einer dünnen Lackschicht versehen.

Im Lichtensteiner Daetz-Centrum ist das Ei ab heute zu sehen. Zudem läuft hier auch noch bis zum 7. April die Sonderausstellung "Schwingungen" mit Werken von Künstlern aus der Region, die mit Holz, Papier und anderen Materialien arbeiten. Auch während der nächsten Ausstellung, bei der die Künstlergruppe "Exponart" ihre Werke präsentiert, kann das hölzerne Riesen-Ei bewundert werden.

Im Internet präsentiert Danny Reinhold weitere seiner teils ungewöhnlichen Arbeiten. www.thewoodenheart.de

 

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