Alle Schulen im Kreis erhalten Bestandsgarantie bis 2028

Trotz sinkender Schülerzahlen sollen die Bildungsstätten erhalten bleiben. In deren digitale Ausstattung fließen Millionen.

Zwickau.

Bis zum Jahr 2028 werden im Landkreis Zwickau keine Schließungen von Schulen notwendig. Das geht aus dem Schulnetzplan hervor, dem der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung zustimmte. Demnach wird es auch in den kommenden acht Jahren in 30 der 33 Kommunen im Landkreis allgemeinbildende Schulen in öffentlicher oder freier Trägerschaft gegeben. Lediglich in Dennheritz, Oberwiera und Schönberg gibt es keine Schulen. Die Vorsitzende der Kreistagsfraktion Freie Wähler, Dorothee Obst, begrüßte dabei vor allem, dass "die wohnortnahe Schullandschaft erhalten bleibt. Gerade im ländlichen Raum ist dies ein wichtiger Standortfaktor".

Wie Dezernent Frank Schubert sagte, gibt es im Landkreis 96 öffentliche und 26 private Schulen, an denen derzeit 28.415 Schüler unterrichtet werden. Allerdings, so schränkte er ein, werde sich der Trend der steigenden Schülerzahlen nicht fortsetzen. "In den letzten Jahren hat sich die Schülerzahl erholt", sagte Schubert. Langfristig jedoch werden schon allein wegen der demografischen Entwicklung weniger Schüler erwartet. Nach den Berechnungen werden 2028 etwa 525 Mädchen und Jungen weniger die Schulbank drücken. Am deutlichsten wird der Rückgang an den Grundschulen ausfallen. Aktuell besuchen 2547 Mädchen und Jungen eine Grundschule. Die Prognosen für das Jahr 2028 sagen 2200 Schüler voraus. Die frei werdenden Kapazitäten sollen für die angestrebte Einbindung von Kindern mit Behinderungen in die Schulklassen verwendet werden. "Die vorhandenen 52 öffentlichen Grundschulen sind notwendig, um auch langfristig ein flächendeckendes Grundschulnetz aufrecht zu erhalten", sagte Schubert. Etwas geringer fällt der Rückgang bei den Oberschülern aus. Sind es derzeit 1539, so werden es 2028 noch 1403 sein. Dennoch wird das Netz von 21 Oberschulen langfristig bestand haben, sagte Schubert. Eventuell werde es durch eine neue Oberschule in Trägerschaft der Stadt Zwickau erweitert. Die Zahl der Gymnasiasten soll sich der Schulnetzplanung zufolge bis 2028 kaum ändern. Hier wird ein Rückgang um 42 auf 995 erwartet. Damit, so Schubert, werden die zehn Gymnasien auch in acht Jahren noch benötigt.

Die so gesicherte Zahl der Bildungsstätten macht es dem Landkreis leichter, in die digitale Ausstattung der Schulen in eigener Trägerschaft zu investieren. Der Kreistag beschloss dafür die Richtlinie "Digitale Schule", die 3,6 Millionen Euro, der größte Teil als Fördermittel, zur Verfügung stellt. Damit sollen nicht nur drahtlose Netzzugänge in nahezu alle Klassenräume geschaffen werden, sondern auch interaktive Tafeln, Smartphones, Laptops und Tablets gekauft werden.

Ute Brückner (Die Linke) rief dazu auf, die Lehrer nicht zu vergessen. "Die müssen auch mit den neuen Geräten umgehen können". Brückner forderte daher entsprechende Weiterbildungen.

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