Als sich "Penz" den Finger brach

Ex-Rennfahrer und Teamchef Rico Penzkofer aus Hohenstein-Ernstthal berichtet über ein Missgeschick auf der Isle of Man - und eine Tragödie.

Hohenstein-Ernstthal.

Wenn an diesem Wochenende das Frohburger Dreieckrennen zum 57. Mal ausgetragen wird, kehrt Rico Penzkofer in seine alte Heimat zurück. Dabei ist der seit 2012 in Hohenstein-Ernstthal lebende Ex-Böhlener nicht nur Teamchef, sondern eine Säule der Veranstaltung. Aufgrund seiner guten Kontakte in die britische Road-Racing-Szene ist es ihm immer wieder gelungen, in Abstimmung mit dem MSC Frohburger Dreieck namhafte Fahrer von der Insel an den Start zu bringen.

Der 44-Jährige, der in der Szene nur "Penz" genannt wird, war früher selbst aktiv, gewann 1997 den damals prestigeträchtigen Yamaha-Cup und gehörte danach in der IDM zu den Titelanwärtern. Später verlagerte er seine Tätigkeitsschwerpunkte zum klassischen Straßenrennsport und war unter anderem auf der berühmt-berüchtigten Isle of Man unterwegs. Nach Beendigung seiner Karriere gründete er sein eigenes Rennteam Penz13.com und wurde Teamchef. Dabei ist dem stets umtriebigen Rico Penzkofer eine Serie zu wenig, sodass er sich neben der IRRC - International Road Racing Championship - auch in der Motorrad-Langstrecken-WM engagiert. Langeweile kommt bei ihm demzufolge nie auf.

Erst recht nicht bei seinem Abstecher auf die Isle of Man im Mai/Juni dieses Jahres. Viele Rennen hat er dort bestritten und ist dabei stets gut "über die Runden gekommen". In diesem Jahr kam bei ihm als Teamchef und demzufolge Nichtaktiver ein fast schon groteskes Erlebnis hinzu. Bei einem persönlich durchgeführten Funktionstest einer seiner Maschinen stürzte er abseits der Rennstrecke und zog sich dabei neben zahlreichen Schürfwunden und Prellungen ringsum auch einen Fingerbruch zu. "Den konnte ich schon vorher nicht mehr bewegen. Somit war es egal", meinte der Ex-Rennfahrer damals nach seiner Rückkehr und fügte hinzu: "Bei der TT auf der Insel mussten wir am betreffenden Tag kurz vor dem Superbike-Rennen an einem Motorrad den Motor tauschen. Da ich meine Fahrer nicht einfach mit einem neuen Triebwerk auf die Strecke schicke, habe ich selbst einen kleinen Funktionstest durchführen wollen. Dabei ist das Motorrad hinten weggegangen und ich lag da. Doof, dass ich nur mit Jeans und einfacher Jacke bekleidet war. Am Motorrad war der Schaden eher gering, aber ich hatte ein paar schöne Schrammen."

Wer "Penz" kennt, weiß, dass er ein harter Hund ist. Dennoch wurde er schnell nachdenklich und traurig, denn in genau jenem Rennen bezahlte einer seiner Fahrer, Daley Mathison, einen Fahrfehler mit seinem Leben. Es war der 258. tödlich verunglückte Rennfahrer in der 112-jährigen Geschichte des Rennens. Dazu hat Penzkofer eine eigene klare und durch zahlreiche Gespräche gestützte Meinung: "So lange sich jedes Jahr 70, 80 Fahrer freiwillig anmelden, um dieses Rennen zu bestreiten, wird es dieses immer geben. Die Fahrer sind sich dieser Gefahr bewusst, gehen dieses Risiko trotzdem ein. Die Engländer, aber auch einige Rennfahrer anderer Nationen, gehen damit ganz anders um als man sich das bei uns vorstellt. Sie leben einen Traum, und ich bin mit meinem Team und meiner Technik einer von denen, die ihnen diesen Traum erfüllen."

Neben Einzelerfolgen in der Langstrecken-WM ist Penzkofers Team Wepol Racing auch in der IRRC gut dabei. Sein Fahrer Davey Todd errang in Horice in der Klasse Superbike seine Saisonsiege acht und neun, kommt somit als feststehender Meister zum Finale 2019 nach Frohburg.

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