Am Huthaus lebt die Tradition auf

Eine vermeintlich kleine Kaue war früher Schutz vor vielen Widrigkeiten. Die Bewahrer des Bergbaus haben rund um sie viel zu tun. Und zu feiern.

Hohenstein-Ernstthal.

Eigentlich ist die Kaue ja nur ein relativ einfaches Holzhäuschen. Rund fünf Meter ist sie hoch und bedeckt vielleicht 25 Quadratmeter Fläche. Sein Kauenfest feiert der Freundeskreis Geologie und Bergbau auf dem Areal um den hölzernen Bau und das Huthaus, die beide als Symbole für den Hohenstein-Ernstthaler Bergbau erhalten geblieben sind. Am Samstag waren bei der zehnten Auflage rund 250 Gäste dabei, die unter anderem einen kleinen Bergaufzug und viel Musik erlebten.

"Wie die Kaue des Lampertusschachtes einmal ausgesehen hat, ist nicht genau überliefert. Aber diese Form ist typisch", sagt André Schraps aus dem Freundeskreis. Schon als um 1500 herum der Bergbau am Zechenberg begann, dürfte ein solches Holzhäuschen über dem Schacht errichtet worden sein. Es diente zum Schutz vor Wind und Wetter, als Lager für Werkzeuge und sollte auch verhindern, dass Jeder Zugang hat. Das kleine Bergbaurevier entwickelte sich und es wurden nicht nur waagerechte Stollen gegraben. An verschiedene Stellen gab es auch senkrechte Schächte, was auch für die Belüftung wichtig war. "Über jedem war eine Kaue", sagt Schraps, der auch an die alten Bilder erinnert, die den Bergbau im Erzgebirge vor mehreren Hundert Jahren zeigen. Auf ihnen sind oftmals viele kleine Kauen auf den Hügeln und Bergen zu sehen.

In der Kaue des Lampertusschachtes tut sich unter einem Gitter ein Loch auf, das bis in eine Tiefe von rund 130 Meter reicht, aber zum Großteil geflutet ist. So tief wurde der Schacht erst in einer Zeit, als es keine Kaue mehr gab. Die heutige Kaue entstand 1998, nachdem das Oberbergamt den Lampertusschacht gesichert hatte. Damals fiel die Entscheidung, den Schacht begehbar zu machen und Führungen für Interessierte anzubieten. Zwischen den Ebenen in 26 und 43 Meter Tiefe versuchen die Hobbybergleute seit einigen Jahren, einen weiteren Schacht freizulegen, um den Rundgang zu erweitern. Dabei gibt es noch einige Herausforderungen.

Auch an der Oberfläche, also in Bergmannssprache "über Tage", gibt es Arbeit. "An der Kaue müssen wir mal wieder etwas machen. Dann hält sie bestimmt noch 20 Jahre", sagt André Schraps. Der Holzbau soll einen neuen Anstrich bekommen. Durch die lange Sommerhitze war das Holz laut Peter Köhler derart trocken, dass es sich verzog und viele Nägel nachgeschlagen werden müssen. Eine weitere Aufgabe der Bergleute ist es, bei der jungen Generation Interesse zu wecken. Neue Angebote und die Zusammenarbeit mit Schulen sind derzeit in Arbeit.

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