Amtsstube hat interessante Geschichte

Das Arbeitszimmer des Bürgermeisters hat über die Jahrhunderte schon verschiedene Funktionen gehabt. Wenn Wände sprechen könnten ...

Wildenfels.

Die Büromöbel sind neu und funktional, aber sie stehen in einem wunderschön denkmal- gerecht sanierten, bereits mehrere 100 Jahre alten Raum. Von dem zeigte sich sogar der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begeistert, als er bei einem Rundgang zum Tag des offenen Denkmals Mitte September den neuen Wildenfelser Verwaltungssitz besichtigte. Und er staunte nicht schlecht, als er erfuhr, dass sich früher dort das gräfliche Schlafgemach befunden haben soll. Na, wenn Wände sprechen könnten. Da wären sicher viele interessante Geschichten zu hören - nicht nur von der gräflichen Familie. Denn zu DDR-Zeiten und bis in die 1990er-Jahre wohnten hier ganz normale Leute. Die Leiterin der Stadtbibliothek, Katrin Schwörke, beispiels-weise. Sie erzählt, dass sich im heutigen Büro des Bürgermeisters früher ihre Wohnstube befand. "Im jetzigen Hauptamt war unser Schlaf-zimmer und im Sekretariat die Küche mit einem großen weißen Kochherd", sagt sie und berichtet, dass der Wohnkomfort nicht so toll war. "Die großen hohen Räume waren mit der Ofenheizung nur schwer warm zu bekommen. Im Schlafzimmer war es im Winter eisig. Und die Toilette befand sich auf dem Flur. Aber unsere Tochter hatte ihren Spaß und ist mit ihrem Dreirad durch die großen Zimmer gekurvt", erinnert sie sich.

Das Gemälde in der Mitte des nebenstehenden Fotos, das eine Ansicht vom Hofdurchgang zum Wintergarten des Schlosses zeigt, hat die Stadtverwaltung vom Freundeskreis Schloss Wildenfels zum Einzug ins Schloss überreicht bekommen. Das Werk von Kerstin Irmisch aus Niedermülsen entstand bei einem Pleinair (Freilandmalerei), zu dem der Freundeskreis regelmäßig Künstler aus der Region nach Wildenfels einlädt.

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