An welchem Haus in Westsachsen hängt dieses Banner?

117 Leser haben sich am August-Fotorätsel beteiligt. Alle hatten die richtige Lösung parat. Heute gibt es eine neue Aufgabe.

Wilkau-Haßlau.

Das Rathaus von Wilkau-Haßlau ist über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Das hat das August-Fotorätsel gezeigt, bei dem ein Stück vom Turm abgebildet war. 117 Zuschriften erreichten die Redaktion. Und alle waren richtig. 51 Zwickauer sowie 25 Wilkau-Haßlauer haben die Rätselnuss geknackt. Aber auch aus Reinsdorf, Kirchberg, Werdau, Lichtentanne, Hirschfeld, Crinitzberg, Langenweißbach, Hartenstein, Mülsen, Langenbernsdorf, Wildenfels, Hohenstein-Ernstthal, Waldenburg, Fraureuth und Reichenbach im Vogtland gingen Lösungen ein.

Ursula Huse aus Zwickau erinnert sich, dass sie in dem Rathaus am 26. August 1978 geheiratet hat. "An diesem Tag startete auch Siegmund Jähn in den Weltraum", schreibt sie. Christoph Schreiber findet, dass das Gebäude mit dem Turm ein nicht alltägliches Bauwerk für ein Rathaus ist und an den Bauhaus-Stil erinnert. Der grüne Farbanstrich stamme erst aus den letzten Jahren. Vorher habe die Fassade einen weiß-grauen Farbton besessen. "Aufgrund der Höhe des Turms ragt das Gebäude heraus. Schon von Ferne ist es aus allen Richtungen zu erkennen und bietet sich geradezu als Orientierungshilfe an. Auf fast allen neuzeitlichen Ansichtskarten von Wilkau-Haßlau ist das Rathaus festgehalten. Es kann durchaus als eine Art Wahrzeichen angesehen werden", meint Christoph Schreiber.

Auch für Werner Markgraf war es leicht, die Rätselnuss zu knacken. "Ich kann mich noch gut an den 25.September 1980 erinnern. Da war ich mit auf dem Rathausturm, als die Firma Uhren-Hahn aus Zwickau unter aktiver Mitwirkung von Meister Edgar Hahn vier neue Zifferblätter einsetzte. Diesmal aus Stahlblech und zweigeteilt. Die Montage bedeutete Schwerstarbeit. Der Durchmesser des Ganzkreises beträgt 2,50 Meter. Die Zeiger sind neonbeleuchtet", schreibt der Niedermülsener. Er berichtet, dass die vorherigen Zifferblätter beim Bombenangriff am 11. September 1944 zu Bruch gegangen waren. Die Zeiger blieben auf 12.52 Uhr stehen. Die nach dem Krieg provisorisch aus Holz gefertigten Zifferblätter hatten eine Lebensdauer von etwa drei Jahrzehnten, weiß Markgraf.

Eingeweiht worden war das Rathaus nach anderthalbjähriger Bauzeit am 30. Juni 1928. Es entstand nach Plänen des Zwickauer Architekten Manfred Geyer. Damit bekam nicht nur die Verwaltung einen attraktiven Amtssitz mit einem 41,50Meter hohen Rathausturm (gemessen von der Terrasse bis zur Spitze), sondern die Wilkauer Einwohner - Wilkau und Niederhaßlau waren damals noch nicht vereint - in rund 32 Metern Höhe eine weithin sichtbare Uhr. Eingebaut hatte die Zeitanzeige die Zwickauer Turmuhrenfabrik Max Hahn, die in jener Zeit zahlreiche Uhren dieser Größenordnung herstellte und montierte und die Wilkau-Haßlauer später auch reparierte. Nicht mehr überliefert ist, aus welchem Mate- rial die vier Ziffernblätter und die acht Zeiger bestanden. 1934 wurden die Scheiben gegen gläserne Zifferblätter ausgetauscht. Unklar ist, ob diese nachts beleuchtet waren. Hier gehen die Meinungen der Zeitzeugen auseinander. Als wahrscheinlicher gilt, dass es damals noch keine Beleuchtung gab.

Wann das Schlagwerk eingebaut wurde, ist nicht bekannt. 1980 jedenfalls gab die Uhr zu jeder Viertelstunde ein akustisches Zeichen ab. Und in einem anderen Klang wurde zur vollen Stunde die genaue Stundenzahl geschlagen. Seit dem Jahr 2003 schweigt das Schlagwerk. Es wurde stillgelegt, nachdem sich die Reparaturen häuften. Vorläufig, so ist aus dem Rathaus zu hören, soll es auch nicht wieder instand gesetzt werden. Die dazu erforderlichen Arbeiten wären nicht nur aufwendig, sondern vor allem sehr teuer.

Aus allen eingesandten Zuschriften sind drei Gewinner gezogen worden, die Buchpreise erhalten: Gisela Scheffler aus Langenweißbach, Mihaly Somogyi aus Zwickau und Margitta Trampler aus Wilkau-Haßlau. Die Gewinner werden schriftlich informiert.

Heute startet das September-Fotorätsel. Die "Freie Presse" fragt: An welchem Gebäude in welcher Stadt im Altkreis Hohenstein-Ernstthal befindet sich dieses Banner? Ihre Antworten können Sie bis zum 30.September an die Lokalredak- tion der "Freien Presse", Hauptstra- ße 13 in 08056 Zwickau, oder per E-Mail schicken.

@freiepresse.de

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