Auf Trafo-Haus entstehen Bilder

Auftragskünstler André Wolf verschönert derzeit Hohenstein-Ernstthal. Seine Auftraggeber verfolgen damit auch ein pädagogisches Ziel.

Hohenstein-Ernstthal.

Ein Rennmotorrad mit Zielflagge, das Hohenstein-Ernstthaler Rathaus und natürlich Karl May. Die Konturen der Motive, die André Wolf (37) auf einem Trafo-Häuschen in Hohenstein-Ernstthal kreiert, sind schon gut zu erkennen.

Das Bild entsteht an der Lungwitzer Straße, Ecke Herrmannstraße, im Auftrag des Energieversorgers Envia M und der Stadt Hohenstein-Ernstthal. Der Entwurf dafür stammt von André Wolf, der sich im Vorfeld mit Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) ausgetauscht hatte. Am Freitag soll die Verschönerung des Häuschens abgeschlossen sein.

Noch aber ist es nicht so weit. André Wolf, der aus Kürbitz in der Nähe von Plauen stammt, ist gerade dabei, die gemalten Konturen zu präzisieren, er lässt Karl Mays Gesicht plastischer werden. "Ich liebe diesen Beruf", sagt Wolf, der schon seit 14Jahren Wandbilder malt. Ursprünglich hat er eine Ausbildung zum grafischen Assistenten gemacht. "Doch ich wollte nicht nur am Computer sitzen, sondern etwas mit den Händen schaffen." Zudem genieße er den Kontakt mit Passanten, auch wenn sie oft dieselben Fragen stellen: "Dürfen Sie das?", wollen sie oft wissen und auch: "Ist das nicht ein teures Hobby?" Manchmal beschweren sich die Leute auch darüber, dass er die schöne Wandfarbe übermalt, die ein netter junger Mann am Vortag angebracht habe. "Das war ich dann allerdings selbst", sagt Wolf und lacht. "Ich hatte am Vortag nur andere Kleidung an." In Hohenstein-Ernstthal sei das allerdings noch nicht vorgekommen.

OB Lars Kluge freut sich über das neue Bild. "Wir haben in der Stadt Orte, an denen es immer wieder zu Schmierereien kommt", sagt er. Mit professionellen Wandgestaltungen hofft er, diesen entgegenzuwirken: Graffiti werden selten übermalt. Bereits im Juli entstand daher ein Bild an der Bahnunterführung zur Goldbachstraße. Dort ziert nun ein Comic-Zug die Wand. Den pädagogischen Wert von Verschönerungsaktionen kennt auch André Wolf: "Kinder und Jugendliche lernen den Unterschied zwischen Schmierereien und richtiger Graffitikunst", sagt er. Daher haben seine Auftraggeber für Donnerstag auch einen Besuch der 4. Klasse der Karl-May-Grundschule am Trafo-Häuschen geplant. Die Schüler sollen Fragen stellen können, André Wolf sein Handwerk erklären.

Sind noch weitere Verschönerungsprojekte geplant? "Ich möchte das auf jeden Fall fortführen", so OB Kluge, immerhin gebe es noch viele vergleichbare Flächen in der Stadt, darunter auch Trafo-Häuschen. Auch vonseiten der Envia M heißt es, dass in ihrem Verbreitungsgebiet weiter gemalt werden soll. Dieses Jahr wurden schon 40 Trafo-Häuschen und Stromkästen verschönert.

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