Aufgefrischte Erinnerung

Eines von zwei Epitaphien im Zwickauer Dom wurde gereinigt - Die Tafeln haben einen neuen Platz gefunden

Zwickau.

Die Zeit ist eine olle Schwarzmalerin. Die beiden Epitaphien im Zwickauer Dom sind mit den Jahrhunderten so nachgedunkelt, dass sie sich zuletzt kaum von den Wänden abgehoben haben. Nun ist eine der beiden Gedenktafeln gesichert und gereinigt worden. Am Freitag wurde die Tafel wieder an die Kirche gegeben.

Ursprünglich waren die beiden Epitaphien im Kirchenschiff platziert, zuletzt diente die nun gereinigte als Altar in der Sakristei. Nun hängen beide Tafeln neben der Orgel. Sie erinnern an die beiden Stifter: Daniel und Michael Kratzbeer, Vater und Sohn, beides Zunftmeister der Bäcker, beide auch als Bürgermeister tätig. Sie haben sich im Dom quasi ein Denkmal gesetzt, das Epitaph des Vaters wurde nun der Dunkelheit der Jahrhunderte entrissen. Rund 27.500 Euro hat das gekostet - zusammengetragen vom Förder- verein über Spenden und Unter- stützung aus der Stadt und von der Stiftung Denkmalpflege, so berichtete es Michael Kühn, erst jüngst inden Ruhestand getretener Dombaumeister. Er hatte für alle Beteiligten Dokumentationen ausgefertigt, damit das Wissen nicht verloren geht.

Die zweite Tafel soll nach Möglichkeit auch noch gereinigt werden. Danach zeigt sich, ob es sinnvoll ist, die mit Schrift und mit Gemälden versehenen Tafeln auch restauratorisch zu überarbeiten. Sie haben zwar nun einen weniger prominenten Platz in dem Gotteshaus erhalten, dennoch fällt das Epitaph für Daniel Kratzbeer schon jetzt viel besser ins Auge. Das Holz erscheint nun weiß statt ehemals fast schwarz. Die Malerei, die nach der Reinigung ebenfalls viel besser ins Auge fällt, zeigt eine Szene aus der biblischen Erzählung um die Auferstehung des Lazarus von Bethanien. Im Grunde genommen steht es sinnbildlich für das zweite Leben, das der Förderverein den Kunstwerken zugedacht hat. Ihnen und weiteren Schätzen, die der Dom noch zu bieten hat. (sth)

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