Ausstellung: Zwischen Innehalten und Bewegung

Mehr als 30 Werke der Wildenfelser Künstlerin Michaela List sind in der neuen Ausstellung in der Kleinen Galerie in Hohenstein-Ernstthal zu sehen. Die 49-Jährige experimentiert nicht nur mit Farbe.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Bilder der Malerin und Keramikerin Michaela List sind geprägt durch einen poetischen Ansatz und von Licht und Schatten geprägten atmosphärischen Landschaftsbildern. In ihren Ölbildern und Zeichnungen lassen sich Grundzüge einer subtilen Wehmut erkennen, welche sich in ihren Darstellungen von dämmrigen Teich- und Parklandschaften - beispielsweise vom Grünfelder Park in Waldenburg - und frosterstarrten Winterbildern wiederfindet. Nebel und Dunst dominieren ihre Bilder. Menschen scheinen versunken, gar verloren in ihren Bildern. Über 30ihrer Arbeiten, die indirekt die Intention der Westsächsin zum Thema Innehalten, die kurze Fokussierung auf den Augenblick und Bewegung - nicht nur im körperlichen, sondern auch im geistigen Sinne - vermitteln, werden am heutigen Donnerstag in der Kleinen Galerie in Hohenstein-Ernstthal unter dem Titel "Bewegung" präsentiert.

"Bewegung verstehe ich im Sinne von gesellschaftlicher oder individueller Veränderung. Eine Veränderung kann gut oder schlecht sein. Ist aber meistens notwendig", sagt List. In der Ausstellung werden außerdem keramische Arbeiten, unter anderem Vasen und Schalen, zu sehen sein, die die Künstlerin überwiegend mit der japanische Raku-Technik hergestellt hat. "Es ist ein besonderer Ton, der bei 1000 Grad gebrannt und danach mit Sägespänen luftdicht in Metallgefäße gepackt wird", sagt die 49-Jährige. Bei der speziellen Technik sei der Prozess genauso entscheidend, wie das Ergebnis selbst. "Der Brenn- und Abkühlprozess des Tons ist nicht planbar. Das Gefäß wird zu einer Momentaufnahme eines flüchtigen Augenblicks. Damit stehen die Keramikarbeiten wiederum in Verbindung zu meinem thematischen Schwerpunkt - der Bewegung", so die Keramikkünstlerin.

Die Westsächsin studierte von 1985 bis 1991 an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein. Für ihre Kunstwerke, die sie national wie international - beispielsweise in Shanghai, Montpellier und Toronto - ausstellte, bekam sie schon zahlreiche Auszeichnungen. Darunter den Christoph-Graupner Preis, den Sächsischen Staatspreis für Design und den renommierten Westerwaldpreis für ihre keramischen Arbeiten. Seit 1991 ist sie freiberuflich tätig und unterstützt künstlerisch soziokulturelle Einrichtungen.

Die Vernissage am heutigen Donnerstag beginnt 19 Uhr in der Kleinen Galerie am Altmarkt 14 in Hohenstein-Ernstthal.

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