Ausstieg aus Glyphosat wird für Stadt teuer

Unkrautbekämpfung benötigt mehr Personal und zusätzliche Geräte

Zwickau.

Der auf Antrag von Linken und BfZ/Grüne im September beschlossene Glyphosat-Ausstieg schlägt mit jährlich 500.000 Euro Mehrkosten zu Buche. Das sagte der Leiter des Zwickauer Garten- und Friedhofsamts, Jörg Voigtsberger, während einer Sitzung des Finanzausschusses am Dienstag. Wenn man künftig zur Unkrautbekämpfung auf den umstrittenen Pflanzenvernichter verzichtet, werden demnach sechs zusätzliche Personalstellen nötig, außerdem müssen neue Geräte angeschafft werden. Für Neuanschaffungen im Wert von 260.000Euro hat der Ausschuss nach lebhafter Diskussion grünes Licht gegeben.

Allerdings ließen sich die Ausschussmitglieder zunächst haarklein erläutern, wofür die zusätzlichen Maschinen benötigt werden, bis Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Die Linke) einhakte: "Eine inhaltliche Diskussion wäre vorher sinnvoll gewesen." Die Summen seien bereits bei der Beschlussfassung im Stadtrat klar benannt worden.

Nach Angaben von Amtsleiter Voigtsberger erhöht sich der Arbeitsaufwand durch den Glyphosat-Ausstieg erheblich. So seien anstatt eines einzigen Arbeitsschrittes künftig bis zu acht Arbeitsgänge nötig. Man werde in Zukunft verstärkt mechanisch dem Unkraut zu Leibe rücken, beispielsweise über Drahtbürsten, die an eine neu anzuschaffende Kehrmaschine angebracht sind. Auch private Subunternehmer, die bei der Unkrautbekämpfung mit dem Stadt zusammenarbeiten, müssen in Zukunft auf Glyphosat verzichten. Auf die Subunternehmer sei man seit Jahrzehnten angewiesen, da die Stadt personell nur die Hälfte der anfallenden Arbeit erledigen könne. "Unkraut wächst eben überall gleichzeitig", sagte Voigtsberger. "Deshalb muss es gleichzeitig an allen Stellen bekämpft werden." Das erfordere hohen Personaleinsatz. Statt Glyphosat soll künftig der weniger aggressive Unkrautvernichter Finalsan eingesetzt werden.

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