Bäckerin hat auch einen grünen Daumen

Vor fünf Jahren bekam eine Gersdorferin ein kleines Apfelsinenbäumchen geschenkt. Inzwischen ist der botanische Exot 1,50Meter groß und trägt rund 150 Früchte. Das macht ihn zum Topmodel für Handykameras.

Gersdorf.

Jeden Morgen klingelt für Birgit Neubert gegen 3 Uhr der Wecker. Im Haus am Hofgraben 5 in Gersdorf wartet die Arbeit in der Backstube auf ihre geschickten Hände. Doch vorher steht im Bad schnell noch die Morgentoilette an. Dort strömt ihr der aromatische Duft von Orangen entgegen.

Was wie Orangen riecht, stammt tatsächlich von Orangen. Rund 150 Früchte trägt der 1,50 Meter hohe Citrus sinensis, so der botanische Name des Apfelsinenbaumes. Die größten Früchte können gerade mal mit einem Tischtennisball konkurrieren. "Meistens fragen die Leute, ob das ein künstlicher Baum ist", sagt Birgit Neubert. Die heute 60-jährige begnadete Bäckersfrau hat einen grünen Daumen. "Gärtnern ist mein Hobby. Das brauche ich, um den Kopf frei zu kriegen", schwört sie.

Neben Gemüse im Garten direkt hinterm Haus reifen in ihrer Obhut eben auch Exoten. "Mein Zitronenbaum hatte im vorigen Jahr 15 Früchte. Die konnte man wirklich verwenden." Auch ihr kleines Kumquat-Bäumchen trägt schon wieder farbige Zwergorangen. Die Bäumchen überstehen den Winter natürlich nur als Kübelpflanzen in der Wärme. "Bei 4 bis 5 Grad Celsius kommen sie dann rein ins Haus."

Den Orangenbaum bekam sie vor fünf Jahren von ihrer Eisbadertruppe. Jeden Mittwoch tauchen die Frauen der Gesundheit wegen ab. Mit dabei auch die Chemnitzerin Birgit Müller und die Gersdorfer Gemeinderätin Heidi Reinstein. "Sie haben mir damals zum 55. Geburtstag das Bäumchen mitgebracht. Geschenke muss man ja bekanntlich in Ehren halten", sagt Birgit Neubert. Also kümmerte sie sich um das damals 20 Zentimeter kleine Bäumchen. Jahr für wurde es umgetopft, wuchs und bekam im Supersommer 2018 jede Menge Blüten. "Ich hätte nicht geglaubt, dass das alles Früchte werden", sagt sie. Die sind jetzt richtig reif. "Aber quietschsauer. Man kann sie trotzdem essen. Ich tunke sie einfach in Zucker." Im Sommer hat der Baum im Hof für viel Aufsehen gesorgt. "Alle, die uns besuchten, zückten das Handy."

Inzwischen ist höchste Zeit für die Ernte. Dann ist es erst einmal vorbei mit der orangefarbenen Pracht. Doch das Gartenjahr 2019 beginnt ja erst. Ihre Motivation, die Exoten wieder zum Tragen zu bringen, ist einfach. "Die Bäume mit den Südfrüchten geben einem ein bisschen das Gefühl von Urlaub", sagt Birgit Neubert. Sie erinnern die Bäckerin an Mallorca, wo sie sich die Bäume samt Früchten schon in Originalgröße angesehen hat. Auf der heimischen Südfrucht-Plantage ist noch Platz, da könnten durchaus noch ein paar Exemplare dazukommen. Das einzige Problem: "Man muss sich drum kümmern." Das ist auch ihr Erfolgsrezept. Mehr gibt es dabei nicht zu beachten.

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