Bahnhof: Trotz Geld kein Plan

Die Stadt Glauchau hat neuerdings für die Sanierung des Gebäudes viel Geld eingeplant. Doch konkret wird es damit noch lange nicht.

Glauchau.

Die Entwürfe liegen in der Schublade. Studenten von vier verschiedenen Hochschulen haben sich den Glauchauer Bahnhof vorgenommen und ihre Ideen zu Papier gebracht. Für die besten hat es Preise gegeben. Das ist jetzt zwei Jahre her, und am Bahnhof hat sich nichts geändert. Die Frage, wie das Bahnhofsgebäude und der Park in zehn Jahren aussehen werden, muss derzeit auf diese Weise beantwortet werden: Im Grunde so wie jetzt.

Zwar hat die Stadt Glauchau, die das Gebäude im Jahr 2014 von der Deutschen Bahn abkaufte, in ihrem Entwurf zum Doppelhaushalt 2019/20 erstmals Geld sowohl für die Sanierung des Gebäudes als auch für die Erneuerung des Umfeldes eingeplant, aber konkrete Sanierungspläne gibt es nach den Worten von Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) nicht.

Ein Blick in den Etat-Entwurf verrät, dass bis zum Jahr 2023 knapp 450.000 Euro allein für das Bahnhofsgebäude, verteilt auf mehrere Jahre, eingeplant sind. Für das Umfeld des Bahnhofes steht noch einmal so viel im Plan. "Das sind lediglich Haltepositionen", sagt Dresler und meint, dass es weder konkrete Sanierungspläne gibt, noch Fördermittelanträge erarbeitet werden. Der Stadtrat müsse entscheiden, wie es mittel- und langfristig am Bahnhof weitergehen soll. Das Gebäude steht im Sanierungsgebiet "Scherberg - nördliche Innenstadt", das bedeutet, für Sanierungsmaßnahmen kann man Fördermittel beantragen.

Doch die Stadträte sind derzeit mit Einzelheiten des Doppelhaushaltes befasst. Stadtkämmerin Heike Weigel stellte ihnen die Grunddaten vor. Nach jetzigem Stand der Dinge wollen sich die Stadträte die geplanten Investitionen vornehmen. "Wir müssen über jede Einzelmaßnahmen diskutieren", sagte SPD-Stadtrat Roland Frenzel.

Dazu zählen auch der Bahnhof und sein Umfeld. Dennoch, die Stadt wird nicht umhin kommen, am Bahnhofsgebäude etwas zu machen. "Dach und Fenster müssen auf jeden Fall auf Vordermann gebracht werden", sagt OB Dresler. Schließlich sind einige Bereich des Gebäudes vermietet. Die Bahnhofsbuchhandlung ist genauso ansässig wie die Fahrkartenverkaufsstelle, der Bäcker oder das Stadtteilbüro. Im hinteren Bereich hat die Stadt Notwohnungen eingerichtet. Die Modellbahner haben ebenfalls ihr Domizil im Bahnhof. Die geplante öffentliche Toilette soll nach den Worten von OB Dresler als Unisex-Variante, also ohne Geschlechtertrennung, noch in diesem Jahr eingebaut werden.

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