Barrierefreiheit um jeden Preis?

Das neue Buswartehäuschen am Kindergarten in Langenchursdorf soll behindertengerecht werden. Das wird teuer.

Falken.

Die Gemeinde Callenberg bringt ihre Buswartehäuschen weiter auf Vordermann. Dazu hat der Gemeinderat am Montagabend den nächsten Beschluss gefasst, allerdings nicht ganz unumstritten.

Im Zuge des Ausbaus der Waldenburger Straße in Langenchursdorf im Bereich Kindergarten bis BHG soll auch das Buswartehäuschen am Kindergarten erneuert werden. In den Abstimmungsgesprächen mit dem Landkreis kam dabei das Thema Barrierefreiheit zur Sprache.

Abzusehen war zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht, wie teuer das würde. Um die Haltestelle barrierefrei auszubauen, sahen die Planungen des Landkreises nur für die Tiefbauarbeiten rund 24.500 Euro vor.

Das preiswerteste Angebot lag allerdings schon bei 34.000 Euro. Das Buswartehäuschen selbst ist mit 4200 Euro veranschlagt. "Wenn man das auf alle Buswartehäuschen der Gemeinde hochrechnet, sind wir da schnell mal bei 1 Million Euro", rechnete Gemeinderat Thomas Kretzschmar (Unabhängige Bürgergemeinschaft) der Verwaltung vor. Dabei ging es ihm nicht so sehr um die Höhe der Kosten. "Was nützen uns solche Insellösungen?" Er spielte darauf an, dass Behinderte und Rollstuhlfahrer an vielen anderen Stellen in der Gemeinde vor unüberwindbaren Hürden stehen. "Das Geld, das wir hierfür ausgeben, könnten wir auch an anderer Stelle gut gebrauchen." Am Ende waren sich die Gemeinderäte aber einig: Irgendwo müsse man einmal anfangen. Der Beschluss ging durch. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Tiefbaumaßnahmen über das Leader-Programm, Bereich "Stärkung der Nahmobilität", zu 65 Prozent gefördert wird. Mehrkosten entstehen außerdem durch den Erwerb der Grundstücke im Bereich der Bushaltestelle. Mehrkosten, die nicht aus dem Haushalt abgedeckt werden können, will die Kommune mit den zusätzlichen Finanzzuweisungen des Freistaates begleichen.

Der Bau der Waldenburger Straße beginnt zunächst mit einer halbseitigen Sperrung. Von 16. Juli bis zum 31. August macht sich dann eine Vollsperrung erforderlich.

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