Bau der Flutlichtanlage setzt dem Spielfeld ordentlich zu

Die neue Flutlichtanlage des TSV Hermsdorf/ Bernsdorf wird teurer als geplant. Der Vereinschef sieht den Bau mit Skepsis.

Hermsdorf.

Auf dem Fußballplatz des TSV Hermsdorf/Bernsdorf wird gebaggert. Die Arbeiten zum Bau der neuen Trainingsbeleuchtungsanlage sind in vollem Gang. 80.000 Euro hat die Gemeinde eingeplant und dafür auch die Fördermittelquelle der Leader-Region "Schönburger Land" angezapft. Die gibt davon 56.000 Euro. Fest steht aber jetzt schon, dass das Vorhaben insgesamt teurer wird als geplant. Das resultiert hauptsächlich aus Mehraufwand, der sich erst im Zuge des Baus herausgestellt hat.

Die Probleme begannen bereits mit der Planung. Sachsens Talsperrenverwaltung zog die Notbremse. Direkt neben dem Sportplatz verläuft der Lungwitzbach. Ein Deich soll den Sportplatz vor Hochwasser schützen. 2013 stand der Rasen 60 Zentimeter unter Wasser. "2002 war sogar die Barriere um das Spielfeld nicht mehr viel zu sehen", erinnert sich Sportvereinschef Jens Schulze. Die Talsperrenverwaltung forderte, dass ein fünf Meter breiter Streifen frei bleiben muss. Die Frage nun: Wohin mit den neuen Masten? Vorher hatten Leuchten an 14 Masten den Platz erhellt. Die Technik aus den 1970er-Jahren war abgewirtschaftet und hatte ihre Betriebserlaubnis verloren. Um zwei der vier neuen Masten mit moderner LED-Technik zwischen Deich und Spielfeld unterzubringen, musste das Spielfeld verkleinert werden. Auf der Torseite ist das Spielfeld um 6,50 Meter eingerückt worden, auf der Längsseite um 1,75 Meter. Das neue Spielfeld wird künftig 92 Meter lang und 62,5 Meter breit sein. Die Folge: Auch die Tore müssen versetzt werden. "Das sind allein Zusatzkosten von 2900 Euro", sagt Schulze. Einerseits freut er sich, dass endlich gebaut wird. Dennoch schwingt da eine ganze Menge Skepsis mit.

Um die Gräben für Kabel und Blitzschutz sowie die Gruben für die Fundamente der Masten auszuheben, mussten die schweren Baumaschinen über das Spielfeld fahren. Das gleicht nun an einigen Stellen einem Sturzacker. Die Reifen haben tiefe Spuren im Rasen hinterlassen. Schulze ist sich sicher, dass der Rasen eine komplette Überarbeitung braucht, auch wenn die Baufirma Schäden korrigieren kann. "Einen Rasen zu rekultivieren, kostet rund 10.000 Euro. Wir hatten uns schon mal ein Angebot eingeholt", sagt der Vereinschef. Er hat nun erhebliche Zweifel, ob die Fußballsaison wie geplant starten kann. Wenn nicht, verursacht das noch einmal Kosten. Jeder umgemeldete Spielort wird vom Verband mit einer Geldbuße belegt.

Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, mit denen die Bauleute selbst zu kämpfen haben. Trotz der Hitze und Trockenheit stießen sie so dicht neben dem Bachlauf schnell auf Wasser. Das sammelte sich in den Gräben. Bürgermeisterin Roswitha Müller bleibt dennoch optimistisch. "Mehrkosten wird es geben. Aber auch dafür finden wir eine Lösung." Geplant ist, dass heute die Masten montiert werden. Dafür muss noch einmal ein schwerer Kran auf die Spielfläche.

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